Geschichte erforschen:

Gauck ehrt Lehrer und Schüler aus der Uckermark

Ein Prenzlauer ist vom Bundespräsidenten für sein Engagement ausgezeichnet worden. Auch seine Schüler profitieren.

Bundespräsident Joachim Gauck (links) zeichnet Jürgen Theil vom Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium aus. Rechts: Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung.
Wolfgang Kumm Bundespräsident Joachim Gauck (links) zeichnet Jürgen Theil vom Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium aus. Rechts: Dr. Lothar Dittmer von der Körber-Stiftung.

Bettler im 19. Jahrhundert, jüdisches Leben, die Stasi: Der Geschichtslehrer Jürgen Theil aus Prenzlau liebt Regionalgeschichte. Er forscht gemeinsam mit seinen Schülern (der Uckermark Kurier berichtete). Für sein Engagement wurde der 50-Jährige von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue geehrt. Theil erhielt den Tutorenpreis in einem Geschichtswettbewerb. Es handelt sich um den größten historischen Forschungswettbewerb für junge Menschen im gesamten Bundesgebiet. Schüler aus ganz Deutschland wurden ebenso wie zwei weitere Lehrer ausgezeichnet.

„Mein Lehrer hat mir geholfen, den Blick für die Ereignisse zu schärfen, die damals direkt in meiner Heimat geschahen. Ich wusste vorher gar nicht, wie viele Vertriebene in meinem Heimatdorf leben. Es war sehr spannend für uns, das zu erfahren“, sagt der 16 Jahre alte Prenzlauer Gymnasiast Jakob Putz. Auch er ist ein Preisträger: Putz wurde in diesem Jahr für seine Forschungen über die Vertriebenen in der Uckermark Brandenburger Landessieger im Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung. Jürgen Theil vom Peter-und-Christa-Scherpf- Gymnasium hat seine Arbeit betreut.

Seit 20 Jahren betreut Theil Schülerarbeiten für den Geschichtswettbewerb – 38 Arbeiten haben seine Schüler bisher eingereicht, mehrfach erhielten sie Preise. Für dieses Engagement wurde Theil jetzt ausgezeichnet. Er ist auch Mitbegründer des uckermärkischen Geschichtsvereins, der inzwischen eine große Palette an Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte aufweist.