Elias und Mohamed:

Gedenkfeiern für ermordete Kinder

Der 32-jährige Verdächtige hat zwar gestanden, die beiden Jungen getötet zu haben. Doch seitdem schweigt er. Die Polizei steht vor schwierigen Ermittlungen.

Ein Foto, Plüschtiere und Kerzen erinnern in der Nähe seines früheren Wohnortes "Am Schlaatz" in Potsdam an Elias.
Ralf Hirschberger Ein Foto, Plüschtiere und Kerzen erinnern in der Nähe seines früheren Wohnortes "Am Schlaatz" in Potsdam an Elias.

Der mutmaßliche Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) schweigt weiterhin zu seinen Taten. „Bislang haben wir keine weitere Aussage des Mannes“, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange. Im Vordergrund stehe nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. „Wir benötigen die detaillierten Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist.“ Erst dann könne ein erweiterter Haftbefehl gegen den 32-jährigen Tatverdächtigen beantragt werden.

Die Brandenburger Staatsanwaltschaft übernahm unterdessen die Ermittlungen in den beiden Mordfällen am Montag von der Berliner Behörde, weil beide Kinder in Brandenburg getötet wurden. Der mutmaßliche Doppelmörder, der nach seiner Festnahme am vergangenen Donnerstag beide Taten gestanden hatte, soll in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt werden. Er hatte nur im Fall Mohamed Angaben zum Tatablauf gemacht.

Potsdamer Staatsanwaltschaft übernimmt

„Die Soko Mohamed ist aufgelöst“, sagte der Berliner Polizeisprecher Stefan Redlich. „Wir ermitteln weiter wegen Mohamed bei der 8. Mordkommission, aber im Auftrag der Potsdamer Staatsanwaltschaft.“ Die Berliner Ermittler überprüften auch in all ihren Fällen von vermissten Kindern, ob es Zusammenhänge mit dem mutmaßlichen Mörder von Mohamed und Elias geben könnte.

Dafür stehen die Ermittler der seit sechs Monaten vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt weiter im Kontakt zu den Fahndern in Berlin und Brandenburg. Es gebe aber keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit der Ermordung der beiden Jungen Elias und Mohamed, teilte die Polizei mit. Das Mädchen Inga aus Schönebeck im Salzlandkreis war Anfang Mai im Alter von fünf Jahren in einem Wald bei Stendal verschwunden.

Mohameds Beerdigung wird über Spenden finanziert

Die Stadt Potsdam richtet für Elias eine Gedenkfeier aus. Der vierjährige Mohamed soll indes in den nächsten Tagen nach islamischem Ritus in Berlin beerdigt werden. Das kündigte der Berliner SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik im Namen der Familie an. Ein genauer Zeitpunkt und Ort stehe aber noch nicht fest.

Der Nebenklage-Anwalt von Mohameds Familie, Khubaib Ali Mohammed, sagte, die Kinderleiche sei am Montag freigegeben worden und werde am Dienstag von einem Bestattungsinstitut bei der Gerichtsmedizin abgeholt. Das Geld für die Beerdigung ist demnach bereits über eine Stiftung und durch Spenden zusammengekommen.

Belohnung erst nach einem Urteil

Um Geld geht es ebenfalls bei der ausgesetzten Belohnung. Zur Anerkennung und Auszahlung der Belohnung komme es frühestens nach Rechtskraft des Urteils, erläuterte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Es war bereits darüber spekuliert worden, ob der Mutter des mutmaßlichen Mörders von Mohamed die insgesamt 20 000 Euro zustehen.

Die Mutter hatte der Polizei in der vergangenen Woche den entscheidenden Hinweis zu dem 32-Jährigen gegeben. Nach Angaben der Polizei kam ein erster Hinweis auf den 32-Jährigen aber bereits davor ebenfalls aus dem familiären Umfeld. Der Ex-Schwager sei sich jedoch nicht sicher gewesen, ob der auf den Fahndungsfotos abgebildete Mann tatsächlich der später Festgenommene war.