Neue Spitze bei den Grünen:

Gegen Massentierhaltung und feste Koalitionszusagen

Die Grünen haben ihre Landesdelegiertenkonferenz abgehalten. Auch Vertreter aus der Uckermark stellten konkrete Forderungen auf.

Petra Budke und Benjamin Raschke sind die neuen Chefs der Grünen in Brandenburg.
Nestor Bachmann Petra Budke und Benjamin Raschke sind die neuen Chefs der Grünen in Brandenburg.

Brandenburgs Grüne haben einen neuen Parteivorstand. Die Delegiertenkonferenz der landesweit rund 950 Mitglieder zählenden Partei wählte die Lehrerin Petra Budke und den bisherigen Landesvorsitzenden Benjamin Raschke in die traditionelle, gemäß Satzung aus Mann und Frau bestehende Doppelspitze der Grünen. Die bisherige Landesvorsitzende Annalena Baerbock war im September in den Bundestag eingezogen – damit kann sie bei den Brandenburger Grünen, die auf strikte Trennung von Amt und Mandat achten, nicht zugleich ein Parteiamt wahrnehmen.

Baerbock verabschiedete sich mit scharfer Kritik an der Kohlepolitik der Brandenburger Landesregierung. Daneben setzten sich die Delegierten für weniger Pestizide in der Landwirtschaft, für einen Verzicht auf den Anbau genveränderter Pflanzen und eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ein. In Resolutionen forderten sie einen Verzicht auf die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in geschlossenen Heimen sowie verbesserte Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Brandenburg.

„Wer Grün wählt, entscheidet sich bewusst für mehr Lebensqualität“, sagte der ohne Gegenstimmen und mit lediglich zwei Enthaltungen wiedergewählte Landesvorsitzende Raschke. „Wir wollen, dass man am BER ruhig schlafen kann, dass auf dem Land Bahn, Bus und Ruftaxi fahren und auch unsere Enkel noch die Feldlerche hören können.“ Petra Budke wandte sich zudem gegen Massentierhaltung. Um bei den nächsten Wahlen erfolgreich zu sein, müssten die Grünen ihr „Image der Bevormundungspartei“ abschütteln. Zudem sprach sich die Landesvorsitzende überraschend für eine Abkehr von der Festlegung auf Rot-Grün aus.

Für den 39 Mitglieder zählenden Kreisverband Uckermark nahm unter anderem die Templinerin Regine Kik an der Konferenz teil. Sie forderte eine stärkere Förderung der ökologischen Landwirtschaft. Zudem dürften nicht nur Interessen großer Konzerne im Zentrum der Politik stehen.

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