Nahrung und Medizin in einem:

Gesundheitsbeeren aus dem Spreewald

Aroniabeere? Der Name der Frucht ruft oft fragende Blicke hervor. Doch der Bedarf vor allem an Bio-Aroniabeeren kann kaum gedeckt werden. Schon Indianer wussten die Kräfte der Frucht zu schätzen.

Aroniabeeren hängen an einem Strauch. Sie gelten als besonders gesund.
Matthias Hiekel Aroniabeeren hängen an einem Strauch. Sie gelten als besonders gesund.

Auf rund 50 Hektar werden künftig im Spreewald in Brandenburg Aroniabeeren angebaut. Dort entsteht Westeuropas größte Bio-Aroniaplantage. „Rund 130000 Pflanzen kommen in den Boden“, sagt Bio-Landwirt Heinz-Peter Frehn von der BioHof Schöneiche GbR. Er hat die Plantage gemeinsam mit dem Dresdner Unternehmen Aronia Original Naturprodukte GmbH in Schöneiche, einem Ortsteil der Gemeinde Steinreich (Oberspreewald-Lausitz), angelegt. Offiziell eröffnet wird die Plantage am 7. November.

Aroniabeeren sind größer als Blaubeeren und erinnern in der Form an einen Mini-Apfel. Sie kommen ursprünglich aus Nordamerika. Indianer nutzen sie als Winterproviant und auch bei Entzündungen. Um 1900 fanden erste Pflanzen den Weg nach Deutschland. Anfangs wurde der rote Saft der Früchte zum Färben von Lebensmitteln genutzt. Jetzt wird die Beere meist wegen ihrer Inhaltsstoffe geschätzt, sie trägt deshalb den Beinamen Gesundheitsbeere. Die Früchte werden zu Säften sowie Marmeladen, Gelees und Kosmetika verarbeitet.

Der russische Obstbaupionier Iwan Mitschurin (1855-1935) erkannte als einer der ersten auch die Gesundheitseffekte der Aroniabeere. Zu DDR-Zeiten wurde sie in Coswig angebaut. Heute gibt es dort mit 60 Hektar das größte Areal, allerdings verteilt auf mehrere Flächen. Bundesweit wachsen die Beeren auf rund 200 Hektar. Pro Hektar werden etwa fünf bis zehn Tonnen in der Saison geerntet.

Nach Angaben des Geschäftsführers von Aronia Original, Jörg Holzmüller, reichen die Bestände an deutschen Bio-Früchten nicht aus, um die Nachfrage zu decken. „Seit Jahren müssen vor allem aus Polen und Österreich Beeren zugekauft werden.“