Tausende Lehrer gehen in den Ruhestand:

Gewerkschaft GEW befürchtet Lehrermangel auf dem Land

4300 neue Pädagogen will die Landesregierung in den nächsten Jahren einstellen. Aber wollen auch genug von ihnen in Regionen wie der Uckermark unterrichten?

Eine gute Schule braucht vor allem qualifiziertes und motiviertes Personal.
Daniel Reinhardt Eine gute Schule braucht vor allem qualifiziertes und motiviertes Personal.

Kaum ist der neue brandenburgische Bildungsminister Günter Baaske (SPD) im Amt, bereitet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihren Forderungskatalog vor. In einer Online-Befragung können die rund 18 400 Lehrkräfte in Brandenburg ab sofort Auskunft über ihren Arbeitsalltag und die Ausstattung der Schulen geben. „Die Auswertung wird die Grundlage für die Tarifverhandlungen im kommenden Frühjahr sein“, sagte der GEW-Vorsitzende
Günther Fuchs am Donnerstag in Potsdam.

Da die neue rot-rote Landesregierung in den nächsten fünf Jahren 4300 neue Lehrkräfte einstellen wolle, müssten die Bedingungen für junge Kollegen auch in ländlichen wie der Uckermark Regionen attraktiv werden, argumentiert die GEW. Selbst wenn dies gelänge, gäbe es nach den Berechnungen der GEW nur 700 zusätzliche Lehrkräfte, weil 3600 Kollegen in den Ruhestand gingen. Die zusätzlichen Kräfte müssten in die Grundversorgung der Schulen gehen, um den massiven Unterrichtsausfall zu bekämpfen, sagte der
Vorsitzende.

Generationswechsel wurde lange verzögert

Andere Projekte wie etwa der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern erforderten weitere zusätzliche Lehrer. „Wir stehen vor einem gewaltigen Generationswechsel, der viel zu lange verschlafen wurde“, mahnte Fuchs. In den nächsten zehn Jahren gingen mehr als 10 000 und damit fast zwei Drittel der Lehrkräfte in den Ruhestand.

Die jetzt von der rot-roten Landesregierung im Koalitionsvertrag beschlossene Aufstockung sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. „Das ist noch nicht das bildungspolitische Paradies“, sagte Fuchs. „Im Bundesvergleich sind wir nicht mal im Mittelfeld“, verwies Fuchs auf die Situation in anderen Bundesländern.

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