Eichenprozessionsspinner:

Gifteinsatz hat schädlicher Raupe spürbar zugesetzt

Kleine Haare, verheerende Wirkung: Die Raupenhärchen des Eichenprozessionsspinners reizen die Haut und können sogar einen Schock auslösen. In Brandenburg wurden die Tiere nun erstmals wirksam bekämpft.

Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht! Eichenprozessionsspinner" , aufgenommen vor einer Eiche im brandenburgischen Groß Kreutz. Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner meldet das Land erste Siege.
Patrick Pleul Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht! Eichenprozessionsspinner" , aufgenommen vor einer Eiche im brandenburgischen Groß Kreutz. Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner meldet das Land erste Siege.

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner meldet das Land erste Siege. Grund dafür sei vor allem der Einsatz des Insektizids Dipel ES. „Die Aktionen waren ein Erfolg, weil der Befall in vielen Landesteilen eingedämmt werden konnte“, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) in Potsdam. Sowohl die Fraßschäden an Bäumen als auch die gesundheitlichen Beschwerden bei Menschen hätten nach ersten Einschätzungen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgenommen.

Über rund 12 000 Hektar Wald- und Siedlungsflächen, 30 000 Einzelbäumen und entlang von 176 Kilometern Straße wurde das Gift ab Mai aus der Luft versprüht. Vier Wochen lang waren die Hubschrauber vor allem in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Havelland sowie in Potsdam und Brandenburg/Havel im Einsatz. Die Aktionen haben insgesamt rund 4,5 Millionen Euro gekostet.

Das Maßnahmenpaket sei „bislang die umfangreichste Schädlingsbekämpfungsaktion im Land“, betonte Vogelsänger. Der Wirkungsgrad des Insektengifts hätte zwischen 70 und 90 Prozent betragen, auf behandelten Bäumen sei kein Kahlfraß mehr festgestellt worden. Dennoch ging der Minister davon aus, dass der Kampf auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden müsse. Die Tiere würden sich in Richtung Osten ausbreiten.

Indes warnte der Naturschutzbund Brandenburg vor möglichen Folgen des Insektizideinsatzes. Es wirke sich auch auf weitere Schmetterlingsarten mitunter tödlich aus, Fressfeinde könnten geschädigt werden. Experten des Agrarministeriums und des Landeskompetenzzentrums Forst wiesen die Kritik zurück.

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