KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen:

"Grünes Ungeheuer“ aus Holz saniert

Leid und Schmerzen erfuhren Häftlinge in dem Gebäude unter den Nazis. Wie dies aussah, soll künftig noch genauer dokumentiert werden.

Das sanierte SS-Wirtschaftsgebäude auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg.
Patrick Pleul

Eines der letzten originalen Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen ist für rund 1,5 Millionen Euro rekonstruiert worden. Damit sei es der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten gelungen, einen wesentlichen Komplex zur Darstellung der NS-Täter zu erhalten, teilte das Innenministerium am Dienstag zum Abschluss der Arbeiten mit.

SS-Männer wurden dort bedient

In dem früheren Wirtschaftsgebäude mussten KZ-Häftlinge SS-Männer bedienen. Der Holzbau beherbergte Offizierskasinos, Speisesäle und Küchen. Zudem gab es in der Truppenkantine auch Kinovorführungen.

Das Gebäude war 1936 zeitgleich mit dem Häftlingslager errichtet worden. Bis 1945 waren in Sachsenhausen mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Nach 1945 erhielt das Wirtschaftsgebäude den Beinamen „Grünes Ungeheuer“.

Nach 1980 kam der Verfall

Es wurde von der Roten Armee, der Kasernierten Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee der DDR bis Anfang der 1980er Jahre weiter genutzt. Danach begann der Verfall.

Ende 2010 übernahm die Stiftung das Gebäude. Die Kosten für die Rekonstruierung wurden laut Innenministerium im Wesentlichen vom Land Brandenburg getragen. 500 000 Euro übernahm die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Im heutigen Finanzamt saß KZ-Verwaltung

Die Stiftung will die Darstellung der Täter noch mehr in den Blick ihrer Arbeit rücken: Dort, wo heute das Finanzamt Oranienburg seinen Sitz hat, saßen einst die Mitarbeiter der ehemaligen Inspektion der Konzentrationslager (IKL) - der zentralen Verwaltung aller KZ. In einer neuen Ausstellung will die Stiftung Gedenkstätte in Oranienburg die Bedeutung der ehemaligen „Inspektion der Konzentrationslager“ für die Verbrechen der Nationalsozialisten darstellen. Die Schau soll 2014 eröffnet werden.

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