Umstrittener Heim-Betreiber:

Haasenburg darf wieder Kinder aufnehmen

Der Belegungsstopp wird gelockert: Ein von der Haasenburg GmbH betriebenes Heim darf wieder neue Kinder und Jugendliche betreuen. Jugendpolitiker sehen das kritisch.

Bildungsministerin Martina Münch machen die umstrittenen Heime auch weiterhin zu schaffen.
Oliver Mehlis Bildungsministerin Martina Münch machen die umstrittenen Heime auch weiterhin zu schaffen.

Der Belegungsstopp für die in die Kritik geratenen Kinderheime der Haasenburg GmbH soll teilweise aufgehoben werden. Das teilte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) mit. „Der Belegungsstopp bleibt für den Standort Müncheberg vorerst bestehen“, so Münch. In dem Heim in Neuendorf (Dahme-Spreewald) dürfe die Haasenburg GmbH dagegen ab dem 1. September neue Jugendliche aufnehmen. Bedingung dafür sei, dass alle neu aufgenommenen Jugendlichen jederzeit Kontakt zu ihrem Jugendamt aufnehmen dürften und dass sie „engmaschig“ von ihrem Jugendamt betreut würden. Weiterhin müsse es eine zeitlich begrenzte Eingewöhnungsphase geben, an deren Ende das Jugendamt, der Vormund, die Erzieher und der betroffene Jugendliche über eine Fortsetzung der Hilfe beraten. „In Jessern kommt eine Belegung nicht in Betracht, weil der Träger den Standort derzeit stillgelegt hat“, sagte Münch zum dritten Heim der Haasenburg. „Damit können nur 12 von insgesamt 54 Plätzen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen unter klar bestimmten Bedingungen belegt werden.“ Die Haassenburg stehe als Träger weiterhin unter verschärfter Beobachtung.

Gegenüber dem Uckermark Kurier äußerten sich die Kinder- und Jugendpolitiker fast aller Landtagsfraktionen allerdings kritisch zur teilweisen Aufhebung des Belegungsstopps. „Der Belegungsstopp ist richtig und auch weiterhin notwendig“, sagte der Kinder- und Jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Krause. „Wir brauchen eine grundsätzliche Diskussion, ob wir Kinder in geschlossenen Heimen unterbringen oder nicht lieber individuelle, engmaschig betreute Wohngruppen für diese Kinder schaffen“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Büttner. „Ich hätte gerne einen vollständigen Belegungsstopp gehabt“, sagte auch die Grünen-Abgeordnete Marie-Luise von Halem. Nur der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann, dessen Fraktion einen Weiterbetrieb geschlossener Heime in Brandenburg ohnehin befürwortet, sprach sich für das Vorgehen der Bildungsministerin aus.