Jugendministerin Münch handelt:

Haasenburg-Heime müssen nächste Woche schließen

Das Jugendministerium macht weiter Druck. Die Haasenburg-Heime stehen kurz vor dem Ende.

Der Schließungsbescheid ist der vorläufige Schlusspunkt in der Affäre um die Heime der Haasenburg GmbH.
Patrick Pleul Der Schließungsbescheid ist der vorläufige Schlusspunkt in der Affäre um die Heime der Haasenburg GmbH.

Die umstrittenen Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH müssen bis zum 20. Dezember geschlossen werden. Ein entsprechender Bescheid sei dem Betreiber inzwischen zugestellt worden, berichtete das Ministerium in Potsdam. Jugendministerin Martina Münch (SPD) hatte die Schließung der Heime Anfang November angekündigt, nachdem eine Expertenkommission unhaltbare Erziehungsmethoden festgestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft Cottbus nahm Ermittlungen in etwa 70 Fällen wegen Misshandlungsvorwürfen auf.

„Der Bericht belegt eindrücklich, dass das pädagogische Selbstverständnis in den Heimen der Haasenburg überwiegend von überzogenen, schematischen und drangsalierenden Erziehungsmaßnahmen auf Kosten der dort untergebrachten Jugendlichen geprägt ist“, sagte Jugendministerin Münch. In allen Bereichen der Haasenburg-Heime gebe es erheblichen Reformbedarf, der weder realistisch noch umsetzbar sei. „Aus diesem Grund wird die Betriebserlaubnis widerrufen.“ Inzwischen sind nach Angaben des Ministeriums nur noch weniger als insgesamt 20 Schützlinge in zwei der insgesamt drei Brandenburger Heime untergebracht. Anfang November waren es noch 37. Die Betreuten werden von ihren heimischen Jugendämtern in andere Einrichtungen gebracht.

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