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Haasenburg-Heime vor Aus

Den Vorwurf gab es lange, nun bestätigen Experten: Drill und Drangsalierung gehören zum Alltag in den Haasenburg-Heimen. Brandenburgs Jugendministerin zieht Konsequenzen.

Die Heime der Haasenburg GmbH sollen geschlossen werden.
Patrick Pleul Die Heime der Haasenburg GmbH sollen geschlossen werden.

Nach Misshandlungsvorwürfen sollen umstrittene Kinder- und Jugendheime in Brandenburg geschlossen werden. Der Entzug der Betriebserlaubnis werde in den kommenden zwei Wochen vorbereitet, teilte Jugendministerin Martina Münch (SPD) mit. Die Grundlage für Münchs Entscheidung ist der Bericht einer Untersuchungskommission. Die Experten haben schwere Missstände und erheblichen Reformbedarf in nahezu allen Bereichen festgestellt.

Der Heimbetreiber, die Haasenburg GmbH, will sich juristisch wehren. In den Heimen mit ingesamt 114 Plätzen haben Jugendämter aus ganz Deutschland schwer erziehbare Kinder und Jugendliche untergebracht. Derzeit sind laut Ministerium noch 37 Bewohner in den Heimen. Gemeinsam mit den Jugendämtern soll nun nach Alternativen gesucht werden. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt in etwa 70 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber. In den teils geschlossenen Heimen sollen Kinder und Jugendliche gedemütigt und misshandelt worden sein. Die Expertenkommission kritisiert die Aufsichtsbehörden: „Es hätte früher und konsequenter gehandelt werden können.“ Die Haasenburg GmbH hat die Vorwürfe zurückgewiesen.