Verdächtige gestehen :

Haben Ticketautomaten gesprengt

Wer Fahrkartenautomaten auf Bahnhöfen per Explosion knackt, wird nur selten erwischt. Ermittler in Neuruppin waren jedoch erfolgreich.

Die Beschuldigten sollen in mehreren Ländern Automaten zerstört haben, um an Geld zu kommen.
Boris Roessler Die Beschuldigten sollen in mehreren Ländern Automaten zerstört haben, um an Geld zu kommen.

Auf ihr Konto gehen laut Anklage eine Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten und Windkraftanlagen: Erste Taten haben drei 24 Jahre alte Männer am Dienstag zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Neuruppin gestanden. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin gaben die Angeklagten zu, im Sommer 2012 zunächst Buntmetall von Windrädern in der Prignitz gestohlen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht dabei von insgesamt 14 Fällen aus.

2013 soll das Trio dann binnen weniger Wochen 16 Automaten gesprengt haben – vorwiegend in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Dafür haben die Männer laut Anklage Sprengstoff aus Böllern in Glasflaschen gefüllt und dann vor Ort entzündet.

Den Angeklagten drohen Haftstrafen

Die Anklage wirft den Männern das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und Diebstahl im besonders schweren Fall sowie Sachbeschädigung vor. Im März 2013 wurden die Angeklagten festgenommen, zwei von ihnen waren für kurze Zeit in Untersuchungshaft. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen Haftstrafen.

Für den Prozess sind zunächst insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Bei der Fortsetzung am 12. Februar sollen laut Gericht die Vorwürfe weiter chronologisch besprochen werden. Ein Urteil könnte nach bisheriger Planung am 17. Februar gesprochen werden.

Die Deutsche Bahn will unterdessen Fahrkartenautomaten mit neuen technischen Sicherungssystemen besser schützen. Rund 390 der insgesamt 7000 Bahn-Automaten wurden laut Unternehmen im vergangenen Jahr aufgebrochen oder gesprengt.

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