Mitgefangener schwer verletzt:

Häftling gesteht Hantel-Attacke

In einem Sportraum des Cottbuser Gefängnisses wurde vor einem Jahr ein Häftling mit einer Hantelstange attackiert und schwer verletzt. Der Angeklagte stellt den Fall anders dar als die Ankläger.

Vor dem Landgericht Cottbus läuft ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen Häftling, der in der JVA Cottbus-Dissenchen einen Mitgefangenen attackiert haben soll.
Patrick Pleul Vor dem Landgericht Cottbus läuft ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen Häftling, der in der JVA Cottbus-Dissenchen einen Mitgefangenen attackiert haben soll.

Ein Häftling hat gestanden, einen früheren Mitgefangenen im Cottbuser Gefängnis mit einer Hantelstange angegriffen zu haben. Der Anwalt des Angeklagten verlas am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Cottbus eine entsprechende Erklärung. Die Attacke in einem Sportraum vor einem Jahr, bei dem das Opfer schwere Kopfverletzungen erlitt, sei im Affekt passiert. Eine Tötungsabsicht habe der Angeklagte nicht gehabt.

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass der Häftling sein Opfer töten wollte. Andere Gefangene hätten damals verhindert, dass er weiter auf den Mann einschlug. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung.

Angeklagter sagt, er sei fremdenfeindlich beleidigt worden

Der Angeklagte, der derzeit im Gefängnis in Brandenburg/Havel sitzt, gab in der Verhandlung über seinen Dolmetscher an, von anderen Gefängnisinsassen in Cottbus immer wieder fremdenfeindlich beleidigt worden zu sein. Der 25-Jährige kommt aus Afrika. Sein Verteidiger sagte: „Der Angeklagte fühlte sich verfolgt.“ Kurz vor der Tat - so schildert es der Häftling - sei er im Sportraum erneut provoziert worden. Er sei deshalb wütend gewesen und habe zugeschlagen.

Zum Prozessauftakt sagte auch das Opfer aus. Der heute 24-Jährige sitzt noch in der JVA Cottbus-Dissenchen. An den Tatverlauf selbst könne er sich nicht mehr erinnern, sagte der Mann. Seit der Attacke auf seinen Kopf habe er immer wieder Augen- und Kopfschmerzen sowie Konzentrationsschwierigkeiten. Beschimpft habe er den Angeklagten im Gefängnis nicht, betonte er. Er sei davon ausgegangen, dass er bis zu dem Tattat ein gutes Verhältnis zu dem Angeklagten gehabt habe.