Höhere Haftpflichtprämie:

Hebammen bangen um ihre Zukunft

Freiberufliche Hebammen müssen sich für Schadensfälle absichern. Doch die Versicherung wird bald teurer und das könnte dem Berufsstand und werdenden Müttern schaden.

Für eine Betreuung müssen freiberufliche Hebammen eine Versicherung abgeschlossen haben.
Waltraud Grubitzsch Für eine Betreuung müssen freiberufliche Hebammen eine Versicherung abgeschlossen haben.

Der Brandenburger Hebammenverband sieht durch die ab 1. Juli weiter steigenden Haftpflichtprämien den Berufsstand in Gefahr. „Viele freiberuflichen Hebammen können sich die Summen nicht mehr leisten und geben auf“, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes der Hebammen, Martina Schulze. Schwangere würden dann künftig immer seltener Hebammen finden, die sie vor, während und nach der Geburt begleiten.

Seit einigen Jahren steigen die Haftpflichtprämien für die Hebammen. Die Aufwendungen werden im Gegenzug nicht von den Kassen vergütet. Ohne Haftpflichtversicherung dürfen freiberufliche Hebammen weder zu Hause, noch im Geburtshaus oder als Beleghebamme in Klinken werdende Mütter oder Wöchnerinnen betreuen. Bislang sind 5090 Euro Haftpflicht für außerklinische Geburtshilfe zu zahlen, ab 1. Juli sollen es 6274 Euro sein.

Viele können sich Beiträge nicht leisten

„Dieses Dilemma bedeutet für viele Kolleginnen den Abschied vom Beruf und der Geburtshilfe“, sagte Schulze. In vielen Gegenden Brandenburgs gebe es kaum noch eine Wahlmöglichkeit: Schwangeren bliebe nur der Weg in die Klinik übrig. „Die Hebammen sind extrem verunsichert“, sagte Schulze. Schon jetzt könnten sich viele die Haftpflichtbeiträge nicht mehr leisten.

Die Krankenkassen seien jetzt in der Pflicht, betonte Schulze. Sie müssten durch eine höhere Vergütung die höheren Aufwendungen für Versicherungen ausgleichen. In Brandenburg gibt es etwa 600 Hebammen, knapp 390  davon sind im Landesverband organisiert.