Prominente Parteiaustritte:

Heftiger Streit vor dem AfD-Parteitag

Parteichef Gauland will sich am Wochenende im Amt bestätigen lassen. Aber schon vorher erschüttern personelle Querelen die neue politische Kraft.

AfD-Chef Alexander Gauland will wiedergewählt werden.
Rainer Jensen AfD-Chef Alexander Gauland will wiedergewählt werden.

Einen Tag vor ihrem Landesparteitag hat die Brandenburger Alternative für Deutschland (AfD) zwei Fraktionsvorsitzende verloren – auch als Mitglieder. In Potsdam gab Lothar Wellmann (39), Chef der AfD-Fraktion im Stadtparlament, seinen Parteiaustritt bekannt. „Die Entwicklung der Partei macht dies unumgänglich“, sagte er am Freitag. Sie sei in eine „nationalvölkische Richtung“ gebracht worden. Zuvor war bekannt geworden, dass der Vorsitzende der AfD-Kreistagsfraktion von Märkisch-Oderland, Winfried Dreger, aus der Partei ausgetreten ist.

Dreger begründete seinen Schritt mit einem Mangel an „innerparteilicher Demokratie“ und sprach von Nötigung seitens des Landesvorstandes. Beide Politiker wollen ihr Mandat behalten.

Kritik an Gauland

Wellmann kritisierte die Führung von Parteichef Alexander Gauland, der zum rechten Flügel der eurokritischen AfD gehört. „Die Entwicklung macht mich fassungslos“, sagte er. Gauland hatte unter anderem für Empörung gesorgt, als er den Terror-Akt in Paris als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida interpretierte.

Der 74-Jährige tritt beim Parteitag in Pritzwalk als einziger Kandidat erneut für den Vorsitz an. Er ist seit Februar 2014 Landeschef und zugleich Vorsitzender der im Herbst in den Landtag eingezogenen Fraktion. Wellmann rechnet nicht damit, dass die jüngsten Parteiaustritte den Parteitag beschäftigen: „Das wird eher unter dem Motto kommentiert: Ist doch gut, dass die Falschen gehen.“

Parteisprecher Detlef Frye wies die Vorwürfe zurück. Dreger beschuldigte er, einen „internen Kleinkrieg“ angezettelt zu haben.

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