Sanierungspläne:

Hoffnung für historische Pflasterwege

Den Preußen sind sie zu verdanken: befestigte Wege im Wald. Viele von ihnen sind regelrecht zerfahren, Steine sind herausgebrochen. Nun sollen Walzen anrücken, um sie zu reparieren.

Vom Pflaster ist in einem Wald bei Chorin nicht mehr viel übrig geblieben.
Patrick Pleul Vom Pflaster ist in einem Wald bei Chorin nicht mehr viel übrig geblieben.

In Brandenburg werden in einem Modellprojekt zum Teil fast 200 Jahre alte historische Pflasterstraßen in Wäldern saniert. Zu Beginn ist nach Angaben des Umweltministeriums ein 775 Meter langer Abschnitt im Bereich der Landeswaldoberförsterei Chorin in Angriff genommen worden. Insgesamt sollen 2,3 Kilometer saniert werden. Ein Meter kostet etwa 166 Euro; neu verlegtes Pflaster ist etwa doppelt so teuer.

Es werde mit etwa 323 Kilometern historische Pflasterstraßen gerechnet, sagte Eberhard Luft, Leiter der Landeswaldoberförsterei Chorin. Sie dienten heute noch dem Transport im Wald. „Häufig sind sie dort zu finden, wo die Eiszeit Steine, Blöcke und Findlinge hinterlassen hat.“ In Preußen wurden die Straßen Luft zufolge in mehreren Wellen angelegt: von 1820 bis 1830, ab 1914 von Kriegsgefangenen und noch einmal in den 1930er Jahren.

So wird das Profil wieder hergestellt

Die lange Nutzungsdauer hat ihnen teilweise stark zugesetzt. So sind einzelne Abschnitte zerfahren und es sind Steine herausgebrochen. Für die Sanierung wird laut Luft ein Verfahren mit Vibrationswalzen genutzt: Durch mehrmaliges Befahren werden die Steine wieder fest in den Untergrund gedrückt. So kehrt das ursprüngliche Profil zurück und Steine können nicht mehr herausgespült oder -gefahren werden.

Der Landesforstbetrieb prüft, ob das Modellprojekt auch für andere Abschnitte genutzt werden kann. Gut befahrbare Waldwege gelten als wichtig für den Brand- und Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst. Zudem werden die Wege für den ganzjährigen Holztransport genutzt.

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