Verdoppelung der Menge:

Hoher Antibiotika-Einsatz in Tierhaltung kritisiert

Bundesweit geht die Verabreichung der Medikamente zurück, in Teilen Brandenburgs ist sie gestiegen. Nun appelieren die Grünen im Landtag, Vorsicht walten zu lassen – zum Schutz der Menschen.

Im Süden der Uckermark stieg der Antibiotika-Einsatz von 15 auf 30 Tonnen jährlich.
Patrick Pleul Im Süden der Uckermark stieg der Antibiotika-Einsatz von 15 auf 30 Tonnen jährlich.

Brandenburgs Grüne sind besorgt über einen zunehmenden Einsatz von Antibiotika vor allem in der  Tierhaltung. „In den Landkreisen Uckermark, Barnim und Prignitz haben sich die jährlich an Tierärzte abgegebenen Antibiotikamengen nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zwischen 2011 und 2014 von etwa 15 auf 30 Tonnen verdoppelt“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Ursula Nonnemacher, am Dienstag im Landtag. Das betrifft den Bereich der mit 16 beginnenden Postleitzahlen. Bundesweit sei der Einsatz deutlich zurückgegangen.

Die Politikerin, die früher auf der Intensivstation eines Berliner Krankenhauses und als Notärztin arbeitete, verwies darauf, dass es bei Menschen immer öfter zu Antibiotikaresistenzen käme. Dadurch stürben in Deutschland zwischen zehn und 15  000 Menschen pro Jahr. In einem Brief, der an 370 Brandenburger Tierärzte verschickt wird, appellieren Nonnemacher und der landwirtschaftspolitische Sprecher Benjamin Raschke, bei der Verschreibung von Antibiotika und deren Einsatz „die größtmögliche Sorgfalt walten zu lassen.“ Jedes kranke Tier müsse medizinisch versorgt werden. Zu verurteilen sei hingegen „ein massiver Antibiotikaeinsatz, der aus nicht tiergerechten Haltungsbedingungen resultiert.“