Land will Fördergelder zahlen:

Hunde zum Schutz gegen Wölfe

Das brandenburgische Umweltministerium will verstärkt auf Prävention setzen, um weniger Entschädigungen für gerissene Tiere zahlen zu müssen.

Hütehunde schrecken Raubtiere von Angriffen ab.
Philipp Schulze Hütehunde schrecken Raubtiere von Angriffen ab.

Um Schafe besser vor Wölfen zu schützen, will Brandenburg künftig die Anschaffung von Herdenschutzhunden fördern. „Es ist sinnvoller in die Prävention zu investieren, als später Entschädigung zu zahlen“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Potsdam.

Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg äußerte sich allerdings skeptisch. „Wir kämpfen schon seit Jahren um derartige Zuschüsse. Bislang wurden wir immer hingehalten“, sagte der Vorsitzende Knut Kucznik. Bisher zahlt das Land Zuschüsse bei technischen Mitteln – etwa für Zäune mit Strom. 2013 wurden dafür laut Ministerium rund 59 200 Euro gezahlt.

Schutzmaßnahmen sind besser als noch 2011

Damit liegen die Zuschüsse im präventiven Bereich deutlich über den Entschädigungszahlungen. 2014 summierten sich diese auf über 3000 Euro. Drei Jahre zuvor wurden mehr als 15 000 Euro gezahlt. Der Rückgang seit 2011 ist laut Verband auf deutlich bessere Schutzmaßnahmen zurückzuführen. „In den Schäfereien werden keine Schafe mehr vom Wolf gerissen. Das geschieht nur noch bei Hobbyhaltern“, erklärte Kucznik.

Zudem habe sich der Schafbestand in Brandenburg halbiert – auf nur noch 72 000 Mutterschafe. Wölfe fühlen sich dagegen zunehmend heimisch. Das Ministerium geht von inzwischen rund 100 Tieren aus. Diese haben in der Vergangenheit auch Rinder und Pferde angegriffen. Der Landesbauernverband fordert darum einen Rechtsanspruch auf den finanziellen Ausgleich aller Schäden durch Wölfe.

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