:

„Im Bund ist unsere Schnittmenge mit der CDU gering“

Die frisch in den Bundestag gewählte Landesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, schließt Schwarz-Grün im Interview mit Benjamin Lassiwe zumindest im Land nicht aus.

Die Brandenburger Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock.
Bernd Settnik Die Brandenburger Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Annalena Baerbock.

Was bedeutet das Ergebnis der Bundestagswahl für Brandenburgs Grüne?

Klar hat uns das Ergebnis auch hier enttäuscht, weil uns der Bundestrend nach unten gezogen hat. Aber als Brandenburger Bündnisgrüne haben wir in den letzten Jahren sehr viel Zuspruch bekommen. Sowohl mit Blick auf unsere Landtagsfraktion und die Partei insgesamt als auch bezüglich unserer Themen. Wir machen uns daher weiter stark für eine zukunftsfähige Energiepolitik, eine ökologische Landwirtschaft statt Massentierhaltung und für gute Bildung.

Im kommenden Herbst ist Landtagswahl ...

Und ich habe keine Zweifel, dass wir dann wieder in den Landtag kommen. Wir haben in den letzten Jahren in Brandenburg eine sehr wahrnehmbare Oppositionsarbeit gemacht, sei es beim Thema Flughafen oder beim Thema Braunkohle. Wir haben uns erfolgreich für eine Senkung des Wahlalters auf 16 sowie für mehr Transparenz im Landtag eingesetzt. Wir machen Druck, wenn Rot-Rot nur verwaltet statt Brandenburgs Zukunft zu gestalten. Und wir sind auch in den Kommunen immer stärker präsent.

Im Bund gibt es mit Schwarz-Grün eine neue Machtoption. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin dafür, dass wir mit allen demokratischen Parteien Sondierungsgespräche führen. Aber ich habe im Wahlkampf auch festgestellt, dass unsere inhaltlichen Schnittmengen mit der CDU doch recht gering sind. Deswegen glaube ich nicht, dass es zu Schwarz-Grün kommen kann.

Und wie sehen Sie das in Brandenburg?

Ich halte es für falsch, in einem Wahlkampf mögliche Koalitionen von vornherein zu verneinen. Für mich ist daher zentral, mit welcher anderen Partei man für eine echte Energiewende, zukunftsfähige – also nachhaltige – Arbeitsplätze, starke Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit sowie gute Bildung sorgen kann. Eine rote Linie für uns Grüne in Brandenburg ist dabei die Frage nach neuen Tagebauen in der Lausitz. Die wird es mit uns nicht geben.