Nicht alles in Ordnung:

Im Wald sind die Eichen und der Boden die Sorgenkinder

Den meisten Bäumen zwischen Elbe und Oder geht es gut. Naturschützer schlagen dennoch Alarm.

Der hohe Anteil von Nadelbäumen in den Wäldern trägt zur Versauerung der Böden bei.
Patrick Pleul Der hohe Anteil von Nadelbäumen in den Wäldern trägt zur Versauerung der Böden bei.

Brandenburgs Wäldern geht es überwiegend gut. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche Waldzustandsbericht des Umweltministeriums. Trotz des trockenen Frühjahrs und der Hitzewellen im Sommer seien die Baumbestände vital, sagte Minister Jörg Vogelsänger (SPD), als er den Bericht am Montag vorstellte.

Die Eiche ist unverändert das Sorgenkind. „Sie bleibt am stärksten gefährdet und braucht weiter unsere Hilfe“, stellte Reinhardt Kallweit vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) fest. Es hatte die Daten erfasst und ausgewertet. Nach einer Verbesserung im Vorjahr habe sich der Zustand der Eichen aber stabilisiert. Dem Bericht zufolge weisen 19 Prozent von ihnen deutliche Schäden auf; insgesamt sind es etwa neun Prozent der Waldfläche. Besonders gut geht es demnach den Buchen.

Zum Abschluss des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahres des Bodens zog das LFE auch eine Nährstoffbilanz der Waldböden. Es hob dafür mehr als 300 Gruben aus, um chemische Untersuchungen vorzunehmen. Dabei stellten die Wissenschaftler eine ansteigende Versauerung fest. „Unsere Böden sind ärmer geworden“, sagte LFE-Leiter Michael-Egidius Luthardt. Der Anteil an Stickstoff im Boden sei gestiegen. Der Naturschutzbund (NABU) nannte in einer Mitteilung vom Montag den Zustand der Brandenburger Waldböden besorgniserregend. Er forderte von der Landesregierung Maßnahmen zur Reduktion der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft. Sie seien ein großes Problem für die Gesundheit der Bäume und die Multifunktionalität der Wälder. Außerdem führe der hohe Nadelholzanteil zur Versauerung der Böden.

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