Zur Bundestagswahl 2017:

Internetaktivistin kandidiert für Linke

Die Ex-Piraten-Politikerin Anke Domscheit-Berg soll die Netzkompetenz der Partei stärken. Im Wahlkreis trifft sie auf einen prominenten Gegenkandidaten.

Anke Domscheit-Berg war früher für die Piraten und die Grünen aktiv.
Ralf Hirschberger Anke Domscheit-Berg war früher für die Piraten und die Grünen aktiv.

Brandenburgs Linke zieht mit der ehemaligen Piraten-Politikerin und Internetaktivistin Anke Domscheit-Berg in den Bundestagswahlkampf 2017. Wie der Landesvorsitzende der Linken, Christian Görke, und Domscheit-Berg am Montag bestätigten, soll die parteilose Unternehmerin im Wahlkreis 60 um das Direktmandat kämpfen. Der Wahlkreis wird bislang von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin vertreten. Bei der letzten Bundestagswahl hatte die heutige Sozialministerin Diana Golze (Linke) vergeblich um das Direktmandat gekämpft.

Domscheit-Berg kündigte an, für soziale Themen, gegen den Rechtsextremismus und für ein „Open Government“ einzutreten. „Ich will eine gläserne Abgeordnete sein, die alle Einnahmen und alle Einladungen im Internet veröffentlicht“, sagte Domscheit-Berg. Zudem brächte sie den Linken Kompetenzen im Bereich „Digitale Revolution, Internetgesellschaft und deren Potenziale“ mit. Dies fehle der Partei noch.

Einzelne Mitglieder der Linken sehen Kandidatur kritisch

Im sozialen Netzwerk Facebook hatten zuvor einzelne Parteimitglieder der Linken ihr Unverständnis über die Nominierung der ehemaligen Landesvorsitzenden der Piraten, die zeitweise auch Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen war, zum Ausdruck gebracht. Den Vorwurf, die Linke habe nicht genug eigenes Personal, wies Görke jedoch zurück. Der Landeschef erklärte, die Idee sei bei einem gemeinsamen Abendessen Anfang des Jahres entstanden. Der Kreisvorsitzende der Linken in Brandenburg/Havel, Lutz Krakau, sprach von einem „Glücksfall“ für die Partei. Sowohl Domscheit-Berg als auch Görke schlossen jedoch aus, dass die parteilose Politikerin als Spitzenkandidatin der Landes-Linken ins Rennen geht. „Ich würde versuchen, mich um Listenplatz drei zu bewerben“, sagte die Internetexpertin. Sie hielte es selbst für „komisch“, würde die Partei mit einer Spitzenkandidatin antreten, die nicht einmal Mitglied der Partei sei, für die sie kandidiere.

Görke kündigte an, die Kandidatur von Domscheit-Berg werde im Herbst im Wahlkreis beschlossen. Im November wolle die Linke dann ihre Landesliste aufstellen, an deren Spitze gemäß der parteiinternen Quotenregelung eine Frau stehen solle. „Wir hoffen darauf, mit fünf oder sechs Abgeordneten in Berlin vertreten zu sein.“

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