Fischereitag:

Jagd auf Kormorane wird fortgesetzt

Fischer sehen Kormorane als Störenfriede. Lange haben sie um eine Verlängerung der Abschuss-Genehmigung gekämpft. Doch die Diskussion geht weiter.

Kormorane fressen Fischern ihre Beute weg. Darüber ist auch Eike Kähler (Foto) von der Fischerei Köllnitz in Groß Schauen bei Storkow (Oder-Spree) nicht begeistert.
Patrick Pleul Kormorane fressen Fischern ihre Beute weg. Darüber ist auch Eike Kähler (Foto) von der Fischerei Köllnitz in Groß Schauen bei Storkow (Oder-Spree) nicht begeistert.

Kormorane fühlen sich in Brandenburg offenbar sehr wohl: Ihr Bestand ist gestiegen. Angler und Fischer treibt dies um. Umso größer ist die Erleichterung darüber, dass die großen Vögel auch weiterhin in begründeten Fällen abgeschossen werden dürfen, um den Fischbestand zu schützen. Knapp einen Monat bevor die geltende Kormoran-Verordnung ausläuft, kündigte Umweltministerin Anita Tack (Linke) nun die Verlängerung der Regelung an. „Das haben wir uns gewünscht und sind ganz froh“, begrüßte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg, die Entscheidung. Einzelheiten werden beim Fischereitag an diesem Mittwoch (11.9./11.00) diskutiert.

Zum Abschuss der Kormorane in begründeten Fällen berechtigt sind Fischer mit Jagdschein und bestimmte Jäger. Das gesamte Jahr über dürfen Jungvögel getötet werden, Altvögel nur von Mitte August bis Mitte März. „Wir wollen den Jungvögeln nicht die Eltern wegschießen“, sagte Dettmann. Zudem seien Junge und Alte an der Farbe des Gefieders gut zu unterscheiden.

Seit Anfang der 1990er Jahre ist der Kormoranbestand in Brandenburg stark gestiegen. Gab es 1990 noch 70 Brutpaare, erreichte die Zahl im Jahr 2001 einen Höchstwert von rund 2800 Paaren, wie aus einer Antwort von Umweltministerin Tack auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. In diesem Jahr liegt er bei rund 1800 Paaren. Seit 1999 wurden jährlich zwischen etwa 100 und 1200 Kormorane geschossen.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung