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Jede zehnte Tierart ist vom Aussterben bedroht

Biber, Wolf und Co. kommen wieder. Dafür verschwinden andere Spezies, weil ihre Lebensräum allmählich knapp werden. Das Land will das verhindern. Nur wie?

Europäische Sumpfschildkröten gibt es ohnehin kaum noch. Ihr Bestand ist nocht weiter gesunken.
Robert Schlesinger Europäische Sumpfschildkröten gibt es ohnehin kaum noch. Ihr Bestand ist nocht weiter gesunken.

Die Hälfte aller 6000 in Brandenburg lebenden Arten ist gefährdet. Etwa jede zehnte Art sei akut vom Aussterben bedroht, sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke). Der Grund: Wichtige Lebensräume für Flora und Fauna verschwinden. Brandenburg will sich in den kommenden Jahren stärker für den Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren. Ein Millionen-Betrag soll beispielsweise in die Umweltbildung, die Renaturierung von Mooren oder den Bau von Wildbrücken fließen. Jedoch müssten schnellstmöglichst Mechanismen entwickelt werden, um den Worten auch Taten folgen zu lassen, sagte NABU-Landeschef Friedhelm Schmitz-Jersch.

Während bei Großtrappe, See- und Fischadler sowie beim Weißstorch gute Nachzuchtergebnisse erzielt werden konnten, sei der Bestand an Vögeln in der Agrarlandschaft und der Amphibien wie Sumpfschildkröte und Smaragdeidechse zurückgegangen, sagte Tack. Rebhuhn und Feldlerche etwa leiden am massiven Ausbau der Energiepflanzen-Produktion. Die Tiere fänden weniger Rückzugsräume.

„Notwendig ist ein grundsätzliches Umdenken in der Land- und Forstwirtschaft“, so der umweltpolitische Sprecher der Bündnisgrünen, Michael Jungclaus. Das Land müsse Anreize für umweltschonendere Nutzungsformen setzen.