Schwere Vorwürfe:

Jetzt soll's dem Chef der„Pillen-Bande“ an den Kragen gehen

Seine Gruppe und er sollen mit gefälschten Potenzmitteln Millionen gescheffelt haben. Einige Mittäter sind schon verurteilt. Dem mutmaßlichen Hauptverdächtigen wird viel vorgeworfen.

Der erste Prozess gegen Mitglieder der kriminellen Organisation hatte im Januar begonnen.
Ralf Hirschberger Der erste Prozess gegen Mitglieder der kriminellen Organisation hatte im Januar begonnen.

Rund dreieinhalb Jahre nach dem Auffliegen der von Brandenburg aus agierenden sogenannten Pillen-Bande kommt deren mutmaßlicher Chef nun vor Gericht. Am Freitag, dem 5. Dezember, beginnt vor dem Landgericht in Potsdam der Prozess gegen den 45 Jahre alten Beschuldigten. Dem Angeklagten wird unter anderem gewerbsmäßiger Betrug, die Bildung einer kriminellen Vereinigung und bandenmäßiger Schmuggel vorgeworfen.

Die Bande soll für insgesamt weit mehr als 21 Millionen Euro über das Internet gefälschte Potenz- und gefälschte Schlankheitsmittel in großem Umfang verkauft haben. Das Gericht hat bereits einige Täter, die zu der Gruppe gehörten, verurteilt, andere müssen sich zurzeit noch in weiteren Prozessen juristisch verantworten.

Der mutmaßliche Bandenchef war ins Ausland geflohen

Der mutmaßliche Bandenchef hatte sich schon im April 2011 ins Ausland abgesetzt. Fahnder spürten ihn jedoch später in Uruguay auf. Auf Ersuchen deutscher Behörden nahm ihn die örtliche Polizei dort fest. Nach seiner Auslieferung nach Deutschland kam der Mann, der ursprünglich aus Frankfurt am Main stammt, im vergangenen März in Brandenburg/Havel in Untersuchungshaft.

Mit dem 45-Jährigen sind vier weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande angeklagt. Die 5. Strafkammer hat nach Angaben des Gerichtssprechers zunächst 32 Prozesstage bis Ende Mai 2015 eingeplant. In Anbetracht der komplexen kriminellen Vorgänge können solche Verfahren aber auch ohne weiteres erheblich länger dauern, als im Voraus geplant.

Insgesamt gab es schon mehr als 30 Verfahren gegen Mitglieder der Bande, etwa ein Viertel davon wurde per Strafbefehl und somit ohne Gerichtsurteil abgeschlossen. Nach mündlicher Verhandlung hat das Landgericht Potsdam im Oktober dieses Jahres die ersten Urteile gesprochen.

 

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