Nach der Tötung zweier Babys:

Killer-Mütter immer noch nicht vor Gericht

Nach dem gewaltsamen Tod zweier Kinder sind die Staatsanwälte noch nicht weit vorangekommen. Nun schlägt die Stunde der Gutachter.

Auch in Golzow mussten Kriminalbeamte im Oktober wegen einer Babyleiche ermitteln.
Patrick Pleul Auch in Golzow mussten Kriminalbeamte im Oktober wegen einer Babyleiche ermitteln.

Sieben Wochen nach dem Tod eines Säuglings in Glindow (Potsdam-Mittelmark) suchen die Ermittler weiter nach den Gründen und Motiven für die Tat. Hinweise erhoffen sie sich von der psychiatrischen Begutachtung der 34 Jahre alten Mutter. Wann das Gutachten vorliege, sei aber unklar, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsda. Es sei derzeit auch noch nicht absehbar, wann Anklage erhoben werden könne.

Die Leiche des Jungen war am 22. Oktober auf einem Kompostierer gefunden worden. Die Mutter hatte sich nach ihrer Tat gestellt und laut Behörden die Tat gestanden. Der Haftbefehl gegen die Frau war dann Anfang November außer Vollzug gesetzt worden.

Auch im Fall des toten Babys in Golzow (Märkisch-Oderland) soll ein Gutachten Aufschluss über den psychischen Zustand der Mutter geben. Das tote Neugeborene war nur einen Tag nach dem grausigen Fund von Glindow entdeckt worden. Das Kind lag in einem Mehrfamilienhaus. Auch die 21 Jahre alte Mutter dieses kleinen Jungen hat den Ermittlern zufolge gestanden, ihren Sohn getötet zu haben. Den Angaben zufolge hat sie das Baby mit Stichen in Brust und Herz umgebracht. Die Frau, die bereits eine Tochter hat, nannte Überforderung als ausschlaggebendes Motiv.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) sagte, befindet sich die Beschuldigte nach wie vor in Untersuchungshaft. Ein qualifizierter Gutachter prüfe nun den psychischen Zustand der jungen Frau. Von einer Anklageerhebung ist die Staatsanwaltschaft noch weit entfernt.