Anlage auf Dach muss weg:

Kirche darf kein Symbol für Solarenergie sein

Eine Solaranlage auf einem Pfarrhaus – damit wurde in Atterwasch ein Zeichen gegen das drohende Abbaggern des Dorfes für die Braunkohle gesetzt. Jetzt musste sie verschwinden. Warum?

Eine klare Botschaft: Vor dem Pfarrhaus wird gegen das Abbaggern des Dorfes protestiert.
Patrick Pleul Eine klare Botschaft: Vor dem Pfarrhaus wird gegen das Abbaggern des Dorfes protestiert.

Vor Jahren haben Gemeindemitglieder einer Dorfkirche beschlossen, ein Zeichen gegen das drohende Abbaggern ihres Ortes für die Braunkohle zu setzen. Sie montierten 2013 ohne Genehmigung eine Solaranlage auf dem Pfarrhausdach. Jetzt musste sie abgebaut werden, weil das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Kirchenensembles dadurch gestört sei. Das hat der Landkreis Spree-Neiße gefordert. Das Dorf stemmt sich gegen das drohende Abbaggern für die Braunkohle. Die Einwohner müssten in einigen Jahren umsiedeln, wenn Erweiterungspläne zu dem nahe gelegenen Tagebau Jänschwalde vom Land genehmigt werden. Eine Entscheidung dazu steht noch aus. In der Lausitz liegt das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands.

„Wir fühlen uns moralisch im Recht“, sagt der Vorsitzende des evangelischen Gemeindekirchenrats der Region Guben, Martin Pehle. „Es ging uns darum, die Politik vorzuführen. Gegen das Abbaggern sagt vom Landkreis niemand was und dann ist das ganze Denkmal verschwunden“, sagt der 43-Jährige. Ganz wird die Solaranlage nicht aus Atterwasch verschwinden. Am Wochenende soll sie auf Rinderställe in der Nähe der Kirche montiert werden, wie Pehle sagt. Dieses Mal mit Genehmigung.

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