Verbraucherzentrale:

Klage gegen Verkauf von Matratzen ohne Widerrufsrecht

Ein Kaffeefahrten-Veranstalter hat sich geweigert, neue Produkte wieder zurückzunehmen, weil die Verpackung entfernt war.

Verbraucher dürfen eine ungeeignete Matratze zurückgeben.
Carmen Jaspersen Verbraucher dürfen eine ungeeignete Matratze zurückgeben.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat einen Kaffeefahrten-Veranstalter verklagt, weil er Matratzen ohne Rückgaberecht verkauft hat. Das Landgericht Berlin bestätigte am Dienstag den Eingang der Klage. Die Firma habe bei der Lieferung die Verpackung entfernt und die Matratzen direkt auf die Betten der Kunden gelegt, kritisierten die Kläger. Aus hygienischen Gründen sei eine Rückgabe nicht akzeptiert worden.

Nach Auffassung der Verbraucherschützer können auf Kaffeefahrten geschlossene Verträge widerrufen werden. Nur versiegelte Ware – etwa Cremes oder Pillen – sei nach dem Öffnen von der Rückgabe ausgeschlossen. Im Fall des Matratzen-Anbieters rät die Verbraucherzentrale nun betroffenen Käufern, bis zum Ausgang des Gerichtsverfahrens den Kaufvertrag zu widerrufen, wenn ihnen die Matratze nicht zusagt.

„Matratzenkäufe auf Kaffeefahrten können auch nach dem Entfernen einer für solche Waren üblichen Verpackung und anschließender Funktionsprüfung wieder zurückgegeben werden“, sagte eine Juristin der Verbraucherzentrale einer Mitteilung zufolge. Der Verbraucher müsse testen können, ob die Matratze für ihn geeignet sei, hieß es in der Mitteilung.