Land schließt Vereinbarung mit Energiekonzern:

Kohlendioxid-Speicherung für Vattenfall nicht vom Tisch

Der Energiekonzern Vattenfall will seinen Beitrag zu Brandenburgs Energiestrategie leisten und weniger klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen. Dazu könnte aber eine umstrittene Technologie nötig sein.

In einem Fischteich der Peitzer Karpfenfischer spiegelt sich das Braunkohlekraftwerk der Vattenfall AG in Jänschwalde.
Patrick Pleul In einem Fischteich der Peitzer Karpfenfischer spiegelt sich das Braunkohlekraftwerk der Vattenfall AG in Jänschwalde.

Der Energiekonzern Vattenfall hat sich gegenüber dem Land Brandenburg verpflichtet, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bis 2030 deutlich zu reduzieren. Es gibt aber noch Fragezeichen. Unklar blieb etwa, ob zum Erreichen der Ziele die umstrittene Technik zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) notwendig sein wird.

Laut einer in Potsdam geschlossenen Vereinbarung zwischen der Landesregierung und dem Unternehmen sollen 2030 rund 72 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden als 1990. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem „starken Signal in Richtung Lausitz“. Kritik kam von den Grünen.

In der Vereinbarung, die neben Woidke auch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke), Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka und der für den Lausitzer Bergbau Verantwortliche, Hartmuth Zeiß, unterzeichneten, heißt es, das gesetzte Ziel wäre für Vattenfall in der Lausitz mit CO2-Abscheidung erreichbar.

Hatakka sagte auf die Frage, ob dies die einzige Möglichkeit sei, er sehe die Technologie noch immer als Alternative. Für den globalen Klimaschutz sei sie notwendig. „Wir haben perspektivisch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir eine CCS-Anlage bauen können.“ In der Pilotanlage Schwarze Pumpe habe man demonstriert, dass die Technologie funktioniere. Vattenfall-Kollege Zeiß ergänzte, mit dem Neubau einer CCS-Anlage in Jänschwalde könne man die dortigen jährlichen CO2-Emissionen von 20 Millionen auf fünf Millionen Tonnen senken.

Wirtschaftsminister Christoffers betonte dagegen nochmals: „Es wird in Brandenburg kein Kohlendioxid gespeichert werden.“ Nötig sei daher eine europäische Lösung. In Deutschland war die geplante großflächige CCS-Erprobung auf so großen Widerstand in den Ländern gestoßen, dass sie vorerst nicht möglich ist. Denkbar wäre alternativ die Speicherung in tiefen Gesteinsschichten unter der Nordsee.

Der Energiekonzern verpflichtet sich in der Vereinbarung zudem, in den kommenden Jahren 15 Millionen Euro in Forschung zu investieren, um die Flexibilität der Kraftwerke zu erhöhen. Weitere 12 Millionen sollen fließen, um die Effizienz zu steigern. Auch Projekte im Bereich erneuerbarer Energien willVattenfall vorantreiben, etwa am Hybridkraftwerk Prenzlau oder in Form von Windkraftparks in alten Braunkohletagebaugebieten.

Grünen-Fraktionschef Axel Vogel nannte die Vereinbarung „Augenwischerei“. Er forderte, jeweils schon Zielmarken für die Jahre vor 2030 festzuschreiben. „Erst 2012 hat sich Vattenfall damit gebrüstet, soviel Braunkohle wie nie zuvor verstromt zu haben. Sich nun als Klimaschützer aufzuführen, ist wenig glaubwürdig“, kritisierte Vogel.

Der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Steeven Bretz, sagte, die jetzt getroffene Vereinbarung sei zur richtigen Zeit das richtige Signal, dass in Brandenburg die Braunkohle gebraucht werde.