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Kommunen für Verbot von Böllern vor Flüchtlingsheimen

Der Städte- und Gemeindebund lehnt Silvesterkracher in der Nähe von Asylbewerberunterkünften ab. Dabei geht es nicht nur um die Gefahr von Anschlägen.

Für Privatpersonen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern außer zu Silvester ohnehin verboten.
Patrick_Pleul Für Privatpersonen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern außer zu Silvester ohnehin verboten.

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg hat sich für ein Verbot von Böllern vor Flüchtlingsunterkünften ausgesprochen. „Das würde ein Zeichen der Rücksichtnahme setzen“, sagte der Geschäftsführer des kommunalen Landesverbands, Karl-Ludwig Böttcher. Laute Silvesterkracher könnten traumatisierte Flüchtlinge an ihre Kriegserfahrungen erinnern, warnte Böttcher. Die örtlichen Ordnungsbehörden in den Kommunen seien gut beraten, entsprechende Verbote zu prüfen und sie dann auch auszusprechen.

Bereits jetzt darf in Deutschland auch an Silvester nicht überall geknallt werden. In der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz heißt es unter anderem: „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist verboten.“ Kommunen können darüber hinaus weitere Verbotsbereiche bestimmen.

Beispielsweise in den Niederlanden schränken schon seit Langem immer mehr Städte und Gemeinden das Knallen mit Feuerwehrskörpern zum Jahreswechsel örtlich umfassend ein. Zu den Verbotszonen im Nachbarland gehören vor allem die Umgebungen von Krankenhäusern, Altersheimen, Streichelzoos und auch von einigen Asylzentren.