Parken, wo es gefällt:

Kostenlose Stellplätze ärgern Campingplatzbetreiber

In Brandenburg haben die Kommunen freie Stellplätze für Wohnmobile geschaffen. Auch in der Uckermark sind einige empört über die Konkurrenz, die besonders im Sommer viele Urlauber anzieht.

Urlaub auf dem Zeltplatz mit dem Wohnmobil.
Patrick Pleul Urlaub auf dem Zeltplatz mit dem Wohnmobil.

Karin Got­tong ist sauer. Sie betreibt den Campingplatz am Fährsee in Templin. „Ich habe es mehrfach erlebt, dass Leute mit ihrem Wohnwagen kommen und fragen, was es bei uns kostet“, sagt sie. „Dann fahren sie wieder weg, und später sehe ich sie auf dem Parkplatz, wo sie sich ausgebreitet haben und eine Woche Urlaub verbringen.“

Der Parkplatz von dem Gottong redet, ist ein Wohnmobilstellplatz. Dort haben bis zu 47 Reisemobilfahrer und ihre Familien sogar auf Strom und Wasser Zugriff. Wie auf einem Campingplatz, nur dass dort neben den Kosten für Ver- und Entsorgung auch eine Standgebühr für das Wohnmobil anfallen würde. Weswegen der städtische Stellplatz für die Touristen ein attraktives Angebot ist.

Als billige Alternative eigentlich nicht gedacht

„Niemand im Land würde akzeptieren, dass eine Kommune ein Hotel eröffnet, wo jeder kostenlos übernachten kann“, sagt Mike Bischoff (SPD). Der Landtagsabgeordnete aus der Uckermark ist im Ehrenamt Präsident des Verbands der Campingwirtschaft im Land Brandenburg. Zusammen mit Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), zugleich Vorsitzender des Tourismusverbands des Landes Brandenburg, unterzeichnete er zu Beginn dieser Woche ein Positionspapier. Darin werden die Kommunen aufgefordert, zur Bewirtschaftung und Refinanzierung der Stellplätze einen „marktüblichen Preis zu verlangen“. Denn für die Errichtung der Plätze seien öffentliche Mittel investiert worden. „Es ist zu berücksichtigen, dass die Errichtung von neuen Reisemobilstellplätzen nicht zu einer direkten Konkurrenzsituation führen darf“, heißt es in dem Papier.

Als billige Alternative zu Campingplätzen sind die Stellflächen in Templin nicht gedacht. „Die Parkplätze für Wohnmobile dienen dazu, dass Besucher schnell ins Stadtzentrum gelangen können. Ein Schild weist darauf hin, dass sie einen der Campingplätze nutzen müssen, wenn sie länger als eine Nacht bleiben“, sagt Thekla Seifert, Fachbereichsleiterin für Bauverwaltung, Ordnung und Sicherheit. Beschwerden über Dauernutzer gehe das Ordnungsamt nach. Das neue Positionspapier werde man prüfen, sagt Seifert.

Wer auf den Parkplätzen übernachtet, spart sich auch die Kurtaxe: 1,50 Euro entgehen Templin pro Person und Übernachtung. Die Stadt hat auch deshalb kein Interesse, den Betreibern von Campingplätzen das Geschäft zu vermiesen.

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