Milchpreiskrise:

Kritik an Hilfspaketen für Brandenburgs Bauern

Die Landwirte im Land leiden immer noch unter dem Preisverfall für Milch. Zwar wurden sie mit Geld unterstützt –doch die Probleme lindern diese kaum.

Trotz der Hilfspakete für Milchbauern angesichts des Preisverfalls hat sich die Lage der Branche in Brandenburg nach Angaben des Bauernverbands nicht entscheidend verbessert.
Patrick Pleul Trotz der Hilfspakete für Milchbauern angesichts des Preisverfalls hat sich die Lage der Branche in Brandenburg nach Angaben des Bauernverbands nicht entscheidend verbessert.

Trotz der Hilfspakete für Milchbauern angesichts des Preisverfalls hat sich die Lage der Branche in Brandenburg nach Angaben des Bauernverbands nicht entscheidend verbessert. In den vergangenen zwei Jahren mussten im Land 90 Milchbetriebe aufgeben, wie der Sprecher des Landesbauernverbandes, Sebastian Scholze, auf Anfrage sagte. Es deute sich zwar eine Entspannung auf dem Weltmarkt an. „Vor Ort ist davon aber nichts zu spüren“, betonte Scholze. „Die Milchpreiskrise ist für uns noch nicht vorbei.“

Aktuell stehen in Brandenburg etwa 138 000 Milchkühe in den Ställen, 16 000 Tiere weniger als noch zu Beginn 2015. Wegen Abschaffung der europaweiten Milchquote gibt es ein Überangebot. Damit kann Milch kann nicht mehr kostendeckend produziert werden.

Hilfspakete haben zu spät gegriffen

2015 hatten die Landwirte teilweise nur 20 Cent je Kilogramm Milch erhalten. Die derzeitigen durchschnittlichen Erlöse von 31 Cent pro Kilogramm seien kein Grund zum Jubeln, sagte Scholze. Das sei zwar mehr als noch vor ein paar Monaten. „Ehe jedoch nicht ein dauerhaftes Preisniveau von 35 Cent erzielt werden kann, arbeiten die Landwirte weiterhin nicht kostendeckend“, sagte Scholze.

Hilfspakete, mit denen Folgen für Landwirte abgefedert werden, haben nach Ansicht des Landesbauernverbandes zu spät gegriffen. Damit sollten die Milchmengen reduziert werden. Wie das Agrarministerium mitteilte, wurden 144 Anträge auf finanzielle Hilfen vollständig beziehungsweise gekürzt bewilligt. Damit wurden von Oktober 2016 bis Januar 2017 rund 18 000 Tonnen weniger produziert – etwa 1,3 Prozent der 2015 im Land erzeugten Menge.