Zentrale Erstaufnahme:

Land baut winterfeste Hallen

Im Sommer dienten Zelte vielen Flüchtlingen als vorübergehende Bleibe. Doch die Temperaturen sinken – und das Land setzt nun auf eine Alternative.

Insgesamt 17 sogenannte Leichtbauhallen werden errichtet. In der kommenden Woche sollen sie bezogen werden.
Bernd Settnik Insgesamt 17 sogenannte Leichtbauhallen werden errichtet. In der kommenden Woche sollen sie bezogen werden.

Brandenburg errichtet für Asylbewerber winterfeste Hallen mit zusammen etwa 2000 Plätzen. Die ersten sogenannten Leichtbauhallen werden in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) aufgestellt. „Die Hallen sind besser als jedes Zelt“, sagte Innenstaatssekretär Matthias Kahl am Wochenende. Täglich kämen 200 bis 300 Flüchtlinge im Land an, sagte er. Sollte diese Zahl konstant bleiben, sei Brandenburg für die entsprechende Unterbringung der Menschen im Winter gerüstet. In diesem Monat werden bis zu 11  000 Flüchtlinge erwartet. Im September seien es mehr als 7000 gewesen.

In Eisenhüttenstadt, wo sich die Erstaufnahmestelle des Landes befindet, werden 17 Hallen mit Fenstern errichtet. Die ersten Quartiere stehen schon. Noch fehlt das Innenleben für die zwölf Räume pro Halle. Die nicht beheizbaren Zelte hatte das Land schneller als geplant abgebaut. Ein Raum ist für fünf Menschen gedacht, wie Hubertus Diemer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Brandenburg, sagte. Die Zimmer sollen mit Betten und Schränken möbliert werden. Sanitärcontainer befinden sich außerhalb der Bauten. In der kommenden Woche sollen die ersten neuen Unterkünfte bezogen werden.

300 Menschen sollen in Wohnungen unterkommen

Derzeit leben auf dem Bundespolizei-Gelände an der Unterschleuse rund 100 Männer aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Sie sind aus den Zelten vorübergehend in eine frühere beheizbare Bootshalle gezogen. Sie werden als erste in die neuen Hallen ziehen, sagte Diemer. Die Erstaufnahmestelle bietet derzeit Platz für rund 4700 Asylsuchende. Täglich helfen 30 Bundeswehrsoldaten bei der Registrierung der Neuankömmlinge.

Die Kommune, die wegen der Erstaufnahmestelle keine Flüchtlinge zu beherbergen brauchte, versorgte erste Familien mit Wohnraum. Bis Jahresende sollen rund 300 Personen in Wohnungen unterkommen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Hilfsbereitschaft der Einwohner sei nach wie vor groß. Neben Hilfsangeboten kämen zwar auch Beschwerden an. „Wir haben aber noch keine rechtsradikale Äußerung gehabt, auch nicht auf dem Anrufbeantworter“, betonte sie.