Traurige Bilanz:

Land belegt mit 18 Badetoten bundesweiten Spitzenplatz

Die Badesaison neigt sich in Brandenburg mit einer traurigen Bilanz dem Ende entgegen. Bisher sind 18 Menschen in Brandenburgs Seen und Flüssen ertrunken. Das hat auch immer wieder ernste psychische Auswirkungen auf die Retter.

In Brandenburgs Gewässern sind nach Angaben Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DRLG) in diesem Jahr bislang 18 Menschen ertrunken.
Ole Spata In Brandenburgs Gewässern sind nach Angaben Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DRLG) in diesem Jahr bislang 18 Menschen ertrunken.

In Brandenburgs Gewässern sind nach Angaben Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DRLG) in diesem Jahr bislang 18 Menschen ertrunken. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 25 gewesen, sagte der Technische Einsatzleiter im Landesverband, Jens Serbser.

„Die Zahl der Badetoten ist bedauerlich, aber stabil.“ Häufig überschätzten sich die Badenden oder gingen angetrunken ins Wasser. Gemessen an der Einwohnerzahl belegt Brandenburg bei den Badetoten bundesweit einen Spitzenplatz. Dies liegt vor allem an der großen Wasserfläche von insgesamt 700 Quadratkilometern.

Schwimmer schätzten beispielsweise immer wieder die Entfernung falsch ein und merkten irgendwann, „dass Wasser keine Balken zum Ausruhen hat“, berichtete Serbser. Kleinkinder sollten an unbewachten Badestellen auf das Wasservergnügen verzichten. Einerseits könnten seine Kollegen nicht überall sein, anderseits seien die Unglücksorte nicht vorhersehbar, erläuterte Serbser. „Die Verteilung der Unfälle ist von Jahr zu Jahr völlig unterschiedlich und nicht zwangsläufig an gefährliche Gewässer gebunden.“

Aber nicht nur für Badeopfer, sondern auch für die DRLG-Retter haben Unglücke immer wieder fatale Folgen. Nach Fällen mit tödlichem Ausgang müssen sie mitunter seelsorgerisch betreut werden. „Verunglückte Kinder schlagen dabei besonders auf die Seele“, sagte Serbser. Von den rund 150 Rettern, die ehrenamtlich in der Mark im Einsatz sind, hätten deshalb schon einige den Job an den Nagel hängen müssen.

Auch das Potsdamer Gesundheitsministerium sieht die Zahl der Badeopfer kritisch. „Wir können aber nur immer wieder empfehlen, lediglich die offiziellen Badestellen aufzusuchen“, sagte Ministeriumssprecherin Alrun Kaune-Nüßlein. Die Sicherheit dieser Orte müssten Städte und Gemeinden gewährleisten.

Laut DRLG gibt es in Brandenburg 3087 Seen und rund 33 000 Kilometer Fließgewässer. Im gesamten Bundesgebiet seien bisher 303 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. „Und noch ist das Jahr nicht zu Ende“, sagte der Sprecher der Bundesorganisation, Martin Janssen.

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