Jahrestagung der Jäger:

Landesjagdverband fordert, Wölfe schießen zu dürfen

Die Weidmänner halten es für übertrieben, viele Wildtiere unter einen zu strengen Schutz zu stellen.

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt.
Patrick Pleul Wölfe sind in Deutschland streng geschützt.

Der Brandenburger Landesjagdverband hat gefordert, den absoluten Schutz der Wölfe herabzustufen. „Die Zahl der Wölfe wächst rapide“, sagte der Sprecher des Landesjagdverbandes, Tino Erstling, am Freitag vor der Jahrestagung des Verbandes am Sonnabend in Potsdam. Zuwächse der Population von 30 Prozent jährlich seien realistisch. Daher müsse ein neuer Rechtsrahmen geschaffen werden, um bei einer Überpopulation handeln zu können. „Im Zweifelsfall kann dies auch Abschuss bedeuten“, sagte Erstling. Die 250 Delegierten wollen dazu am Sonnabend ein Positionspapier auch zu weiteren geschützten Arten – wie Biber, Kormorane und Nilgänse – diskutieren.

Jäger und Nutztierhalter haben zu etlichen der genannten Tierarten ein gespanntes Verhältnis, weil sie in ihren Augen Schaden anrichten und ihr Bestand daher reguliert werden sollte. „Insbesondere Schafe und andere Nutztiere im Gatter sind eine leichte Beute für Wölfe“, sagte der Verbands-Beauftragte Robert Franck. Die Jäger fürchten auch um den Wildbestand, weil sich die Wölfe von Rehwild, Rotwild und Wildschweinen ernährten. Nach Schätzungen der Landesregierung leben bis zu hundert Wölfe in Brandenburg.

Auf der Jäger-Tagung geht es auch um die Jagdzeiten bei allen Wildtieren, die Verwendung bleifreier Munition, Windkraftanlagen im Wald und Waffenkontrollen.

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