Kreisreform:

Landkreis Uckermark muss um Bestand fürchten

Mit der von der Landesregierung geplanten Verwaltungsreform könnte die Region ihre Selbstständigkeit verlieren. Prenzlau ist dann womöglich nicht mehr Kreisstadt. Da gibt es Diskussionsbedarf.

Viele Uckermärker befürchten eine Fusion mit dem Kreis Barnim.
Monika Strehlow Viele Uckermärker befürchten eine Fusion mit dem Kreis Barnim.

Die Zahl der Landkreise in Brandenburg könnte angesichts des Bevölkerungsrückgangs nahezu halbiert werden. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) legte am Dienstag im Kabinett ein Leitbild vor, wonach die derzeit vierzehn Landkreise künftig zu acht bis neun Großkreisen zusammengelegt werden könnten. Die rot-rote Landesregierung will künftig maximal zehn Landkreise zulassen, um die Verwaltungen effizienter zu machen und steigende Verwaltungskosten auszuschließen. Die neuen Landkreise sollen mindestens 175 000 Einwohner haben, aber auch nicht größer als 5000 Quadratkilometer werden. Die Reform soll im Jahr 2019 greifen.

Derzeit umfasst der nach der Fläche größte Landkreis Uckermark gut 3000 Quadratkilometer und rund 120 000 Einwohner. In den neuen Großkreisen sollen allzu lange Wege für die Bürger etwa durch Außenstellen von Jobcentern und Jugendämtern vermieden werden. Zudem könnten Angelegenheiten wie die Anmeldung eines Autos in den Gemeindeämtern geregelt werden. Die Mindestzahl von Einwohnern kann auf 150 000 gesenkt werden, wenn ein Kreis sonst größer als 5000 Quadratkilometer würde.

Die hoch verschuldeten Städte Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel könnten nach den Vorgaben des Leitbildes ihre Kreisfreiheit verlieren. Allerdings sollen sie vom Land zum Teil entschuldet werden, damit die neuen Kreise nicht ihre Kassenkredite von insgesamt rund 526 Millionen Euro übernehmen müssen.

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