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Lange Haftstrafe für Feuerwehrmann

Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren sind an und für sich für das Löschen von Bränden zuständig. Ein 31-Jähriger interpretierte seine Rolle ganz anders.

Das Gericht legte dem verurteilten Mann strafverschärfend zur Last, dass er durch seine Taten die Kameraden bei der Feuerwehr in Gefahr gebracht hatte.
Susan Ebel Das Gericht legte dem verurteilten Mann strafverschärfend zur Last, dass er durch seine Taten die Kameraden bei der Feuerwehr in Gefahr gebracht hatte.

Ein Brandstifter aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) ist zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte zuvor beim Landgericht Neuruppin zugegeben, aus Frust siebenmal Feuer gelegt zu haben, wie eine Gerichtssprecherin berichtete.

Dem Gerichtsurteil vom Dienstag zufolge hatte der Mann unter anderem einen Bus, mehrere Personenwagen, eine Abfallannahmestelle und auch noch eine Garage angezündet. Anschließend hatte er beim Löschen der Brände geholfen. Die meisten Taten hatten sich im Herbst 2014 ereignet. Bei einer späteren Brandstiftung im Juni 2015 war der heute 31-Jährige dann erwischt worden. Der Mann legte sofort ein umfassendes Geständnis ab.

Der Mann habe die Brandstiftungen begangen, weil er mit seiner Lebensbilanz außerordentlich unzufrieden gewesen sei, zitierte die Gerichtssprecherin aus dem Urteil: Der Mann habe trotz seiner Alters von 31 Jahren noch bei seinen Eltern gewohnt, eine Beziehung sei vor der Tatserie in die Brüche gegangen, seinen Traumjob habe er nicht erreichen können. Menschen kamen durch die zahlreichen Brandstiftungen zwar nicht zu Schaden. Die Schadenssumme liegt allerdings bei immerhin rund 300 000 Euro.