Wilder Heißhunger im Wald:

Laubbäume sind Leckerbissen

Rehe, Hirsche und andere Wildtiere schlagen sich am Gehölz die Bäuche voll. Das Land lässt sich daher etwas einfallen, um die Wälder zu schützen.

Rund die Hälfte der frisch gepflanzten Laubbäume sind durch Wildverbiss beschädigt.
Patrick Pleul Rund die Hälfte der frisch gepflanzten Laubbäume sind durch Wildverbiss beschädigt.

In Brandenburgs Wäldern müssen die frisch mit Laubbäumen aufgeforsteten Flächen zunehmend vor dem Hunger der Wildtiere geschützt werden. "Reh-, Damm- und Rotwild will an die frisch gesetzten Bäume ran, die ein besonderer Leckerbissen sind", sagte Carsten Leßner vom Landesforstministerium in Potsdam.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die umzäunte Fläche von 28 000 Hektar auf 40  000 Hektar erhöht. Die Kosten liegen bei 16 Millionen Euro. In Brandenburgs Wäldern stehen bundesweit zwar immer noch die meisten Kiefern – auf 70 Prozent der rund 1,1 Millionen Hektar Waldfläche stehen sie, im Bundesdurchschnitt sind es nur 22 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren wurde durch Aufforsten der Anteil der Laubgehölze um zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent erhöht. "Doch über die Hälfte ist durch Wildverbiss geschädigt", sagte Leßner. Das sei doppelt soviel wie im Bundesdurchschnitt. Grund sei der hohe Wildbestand in Brandenburg.

Das Problem ist hausgemacht

Würden in Kiefern-Monokulturen nach Jahrzehnten Laubbäume gepflanzt, seien die für das Wild eine Leckerei, betonte hingegen der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Georg Baumann. "Allein daraus kann man nicht auf überhöhte Wildbestände schließen." Für die Tiere seien Laubbäume eine Abwechslung auf der Speisekarte, sagt Forstexperte Leßner. "Die Blätter sind sehr nahrhaft und können besser verdaut werden als Kiefernnadeln." Vor allem auf junge Triebe und Knospen hätten es die Tiere abgesehen. Die angeknabberten Setzlinge könnten sich nicht mehr richtig entwickeln und müssten notfalls entfernt werden.