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Legale Drogen zu leicht erhältlich

Das Feierabendbier, die Zigarette in der Pause: Der Weg in die Sucht ist leichter, als vielen bewusst ist. Alkohol und Tabak gefährden die Gesundheit von Millionen Menschen. Fachleute haben einige Vorschläge, wie das verhindert werden kann.

Über 26  000 Menschen werden jährlich wegen übermäßigen Alkoholkonsums in Kliniken eingeliefert.
Jens Büttner Über 26  000 Menschen werden jährlich wegen übermäßigen Alkoholkonsums in Kliniken eingeliefert.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) fordert deutlich höhere Preise für alkoholische Getränke sowie ein striktes Werbeverbot für Spirituosen und Tabak. „Legale Suchtmittel dürfen auch nicht 24  Stunden am Tag, sieben Tage die Woche an jeder Ecke verfügbar sein“, erklärte DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann im Vorfeld einer dreitägigen Konferenz zur Suchtprävention in Potsdam.

Phänomene wie das Komasaufen von Jugendlichen seien sonst nicht unter Kontrolle zu bringen. 350 Mediziner, Psychologen und Sozialarbeiter beraten von Montag an auf einem dreitägigen Kongress über neue Wege in der Suchtprävention.

Die Fallzahlen sind erschreckend

Im vergangenen Jahr wurden laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung mehr als 26  600 Fälle registriert, in denen 10- bis 20-Jährige wegen übermäßigen Alkoholkonsums in Kliniken gebracht werden mussten. Mit im Schnitt 9,6  Litern Alkohol pro Kopf sei Deutschland in Europa mit an der Spitze. Etwa 110  000 Todesfälle pro Jahr stehen in unmittelbarer Verbindung mit dem Rauchen, stellt der Bericht fest. Dem Suchtbericht zufolge kommen in Brandenburg knapp 232 Einweisungen in Krankenhäuser durch Alkoholvergiftungen auf je 100  000  Einwohner.