Kritik der GEW:

Lehrer sehen Schulen mit neuem Lehrplan überfordert

Berlin und Brandenburg wollen ab 2016 gleiche Lerninhalte an den Schulen. Das ist aber nicht unumstritten.

Der neue Plan soll für die Klassenstufen 1 bis 10 gelten.
Patrick Pleul Der neue Plan soll für die Klassenstufen 1 bis 10 gelten.

Der neue Lehrplan für Berlin und Brandenburg droht nach Einschätzung von Lehrern die Schulen zu überfordern. Sowohl personell wie konzeptionell lasse er sich derzeit noch nicht umsetzen, erklärte die Lehrergewerkschaft GEW am Dienstag in Berlin. Der Entwurf der Bildungsverwaltung stelle unter anderem das bisherige Notensystem infrage. Kritisch sieht die Gewerkschaft, dass Mehrsprachigkeit nicht ausreichend gewürdigt wird. Bei der Sexualerziehung gebe es sogar Rückschritte, das Thema werde auf die Biologie reduziert, beklagte die GEW.

Grundsätzlich seien die Leitgedanken im neuen Rahmenlehrplan für die Klassenstufen 1 bis 10 richtig, sagte die GEW-Landesvorsitzende Sigrid Baumgardt. Der Plan biete Chancen für den Weg zur inklusiven Schule, verlange den Lehrern aber viel mehr ab.

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hatte zuletzt Bedenken zurückgewiesen, der neue Rahmenlehrplan an den Schulen werde zu einer „Wissensverflachung“ führen. Der Plan liste verbindliche Inhalte in allen Fächern auf und bilde eine wesentliche Grundlage für das „lebenslange Lernen unserer Kinder und Jugendlichen“, erklärte Baaske auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag hin. Der neue Rahmenlehrplan soll zum Schuljahr 2016/17 mit Übergangsregelungen in den Ländern Berlin und Brandenburg in Kraft treten.

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