Reste des Kalten Krieges:

Letzte Streumunition wird zerstört

Streumunition gilt als besonders heimtückisch. Auch die Bundeswehr besaß ein großes Lager mit tausenden Tonnen der Geschosse. Die Vernichtung steht nun vor dem Abschluss.

Eine scharfe aber gesicherte Mini-Bombe aus einer Rakete vom Typ MLRS-M26.
Patrick Pleul Eine scharfe aber gesicherte Mini-Bombe aus einer Rakete vom Typ MLRS-M26.

Rund 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges schließt die Bundeswehr jetzt die Vernichtung ihrer Streumunition ab. Dies geschieht am 25. November in einer Spezialfirma in Pinnow. Die Zerstörung der Streumunition sei damit etwa zweieinhalb Jahre früher als geplant beendet, teilten das Verteidigungsministerium und das Auswärtige Amt in Berlin mit. 50 000 Tonnen seien durch mehrere Firmen "umweltgerecht entsorgt" worden, hieß es.

Die beauftragte Firma Nammo Buck GmbH in Pinnow ist auf die Entsorgung, Zerlegung und das Recyceln von Raketen, Munition, Minen, Handgranaten und Zündern spezialisiert.

Streumunition gilt als besonders heimtückisch. Im Kalten Krieg verfügte die Bundeswehr den Angaben zufolge über eine halbe Million Behälter mit verschiedener Streumunition – sie enthielten mehr als 60 Millionen Stück explosiver sogenannter Submunition. Die Streumunition der Bundeswehr – darunter Bomben und Artilleriegeschosse – sei aber nie zum Einsatz gekommen, wurde betont.

Blindgänger bleiben für lange Zeit zurück

Streumunition ist durch ein internationales Abkommen, das 2010 in Kraft trat, von bisher etwa 100 Ländern geächtet. Darin wird auch die Vernichtung der Lagerbestände geregelt. Unter anderem Russland, die USA sowie China sind dem Vertrag bisher nicht beigetreten. Die Munition ist deshalb so gefährlich, weil sie große Mengen von Sprengkörpern über weite Flächen verteilt und Menschen wahllos tötet und verletzt. Häufig bleiben für lange Zeit Blindgänger zurück.

Zu Ausbildungszwecken behält die Bundeswehr einen "Restbestand", wie es das sogenannte Oslo-Übereinkommen erlaubt. Die beauftragte Firma Nammo Buck GmbH in Pinnow ist auf die Entsorgung, Zerlegung und das Recyceln von Raketen, Munition, Minen, Handgranaten und Zündern spezialisiert.