Kein Traumjob:

Linke will bessere Arbeitsbedingungen in Callcentern

Die kleinere märkische Regierungspartei sieht im Mindestlohn nur einen ersten Schritt, um die Lage der Beschäftigten zu verbessern.

Viele Beschäftigte in den Callcentern stehen stark unter Stress.
Uli Deck Viele Beschäftigte in den Callcentern stehen stark unter Stress.

Die Linke im Potsdamer Landtag hat ein Gütesiegel für „gute Arbeit“ in Callcentern vorgeschlagen. Eine solche Zertifizierung könne auf Landesebene umgesetzt werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende René Wilke am Dienstag in Potsdam. Heute befasst sich der Ausschuss für Arbeit des Parlaments mit der Situation in brandenburgischen Callcentern, die nach Angaben von Wilke rund 20 000 Mitarbeiter haben.

Diese hätten „keinen „Traumjob“. Viele Arbeitgeber stünden doppelt unter Druck: Zum einen müssten sie Bedingungen schaffen, um eine hohe Fluktuation unter den Beschäftigten zu verhindern. Zum anderen herrsche scharfe Konkurrenz unter den Callcentern. Es müsse daher darum gehen, „vom Preiskampf hin zu einem Kampf um gute Arbeit und Qualität“ zu kommen, erklärte Wilke. Neben einem Gütesiegel wäre aus seiner Sicht ein Branchentarifvertrag erstrebenswert. Auch über die Förderbedingungen für öffentliche Gelder könne man ansetzen.

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde habe ein Stück weit geholfen, sagte Wilke. Viele Callcenter hätten dafür aber im Gegenzug Boni und Zusatzleistungen gestrichen, sodass die Beschäftigten am Ende zum Teil sogar weniger bekämen als zuvor.

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