Große Pläne:

Lufthansa will den Airport umbauen, bevor er überhaupt fertig ist

Der Hauptstadtflughafen wird zu klein sein, wenn er in Betrieb geht. Deshalb fordert die Flugesellschaft schon jetzt einen Tunnel unter dem Vorfeld, um einen Ausbau der Anlagen zu erleichtern.

Die Kapazität des aktuellen Terminals reicht für die künftigen Fluggastzahlen nicht aus.
Patrick Pleul Die Kapazität des aktuellen Terminals reicht für die künftigen Fluggastzahlen nicht aus.

Die Lufthansa dringt beim Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens auch auf einen Tunnel unter dem Vorfeld. „Wir glauben, dass es sinnvoll ist, die Bauzeit zu nutzen, um einen Tunnel zu den Satelliten-Standorten zu bauen“, sagte der Bevollmächtigte der Airline, Thomas Kropp. Die Verantwortlichen dürften damit nicht warten, bis der Flughafen in Betrieb ist.

Die Planfeststellung des Flughafens erlaubt zwei Ergänzungsterminals („Satelliten“), die noch nicht gebaut sind. Die Betreibergesellschaft hat aus Kostengründen bisher auch darauf verzichtet, vorsorglich den Tunnel zu bauen.

Inzwischen ist klar, dass der Flughafen schon beim Start zu klein sein wird. Er ist für eine Kapazität von 27 Millionen Passagieren im Jahr ausgelegt. An den bestehenden Flughäfen und Tegel und Schönfeld werden es schon in diesem Jahr rund 28 Millionen sein. Der 27-millionste Passagier wurde am Dienstag begrüßt.

Mehdorn plant ein Provisorium

Um kurzfristig mehr Platz für acht bis zehn Millionen Passagiere im neuen Flughafengebäude zu schaffen, hat BER-Chef Hartmut Mehdorn dem Aufsichtsrat am Freitag vorgeschlagen, zunächst einen Seitenflügel des Flughafens zu verlängern. Bis das geschafft ist, soll der alte Flughafen Schönefeld parallel zum Neubau weiter in Betrieb bleiben.

„Die Zusatzkapazität kann nicht nur aus Provisorien bestehen“, sagte Kropp. Mit den Satelliten ließe sich nach Betreiberangaben die Kapazität des neuen Flughafens langfristig auf 45 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Zwischenzeitlich war auch schon mal eine Brücke vom Hauptterminal zu den Satelliten im Gespräch gewesen.

„Man kommt ohne den Tunnel nicht aus“, betonte Kropp. Wenn für dessen Bau erst im Betrieb das Vorfeld aufgerissen werde, sei mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.

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