Verdacht auf Korruption am BER:

Manager angeklagt

Ein Ex-Bereichsleiter des Hauptstadtflughafens soll Zahlungen an eine Baufirma bewilligt und dafür Geld kassiert haben. Nicht nur ihm droht bald ein Prozess.

Die Baufirma Imtech war am Bau der mangelhaften Brandschutzanlage des BER beteiligt.
Bernd Settnik Die Baufirma Imtech war am Bau der mangelhaften Brandschutzanlage des BER beteiligt.

In einem Korruptionsfall um den Hauptstadtflughafen (BER) hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage gegen vier Verdächtige erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Donnerstag mit. Einem ehemaligen Bereichsleiter des künftigen Flughafens wird Bestechlichkeit im besonders schweren Fall vorgeworfen und dem ehemaligen Geschäftsführer des Bauausrüsters Imtech als Gegenüber Bestechung im besonders schweren Fall. Die anderen beiden Angeklagten, zwei ehemalige Imtech-Manager, werden in dem Verfahren der Beihilfe dazu beschuldigt.

Der ehemalige Bereichsleiter des Flughafens saß bis zum 18. September in Untersuchungshaft und kam dann nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Kaution frei. Er war im Mai dieses Jahres wegen akuter Flucht- und Verdunkelungsgefahr festgenommen worden.

Der Verdächtige soll im Dezember 2012 Imtech-Nachforderungen von mehr als 60 Millionen Euro bewilligt haben, ohne dass die Nachträge überprüft waren. Kurz zuvor soll er dafür von dem Konzern 150 000 Euro Schmiergeld in bar erhalten haben. Der ebenfalls angeklagte Ex-Geschäftsführer von Imtech soll einen seiner Manager beauftragt haben, das Geld zu beschaffen. Der andere Manager habe wiederholt zwischen BER- und Imtech-Seite vermittelt, so die Staatsanwaltschaft.

Imtech hatte über Jahre an der Brandschutzanlage des Flughafens mitgearbeitet. Im August 2015 musste das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden Insolvenz anmelden.

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