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Maschinen sind nicht immer die Lösung

Die Spargelernte auf dem Feld ist für Menschen harte, mühsame Knochenarbeit. Aufwendige technische Geräte haben allerdings viele Nachteile.

Spargelbauer Uwe Schieban ist mit der Erntemaschine der Agrargenossenschaft unzufrieden. Das Gerät schneidet auch Spargel kurz, der eigentlich noch wachsen soll.
Patrick Pleul Spargelbauer Uwe Schieban ist mit der Erntemaschine der Agrargenossenschaft unzufrieden. Das Gerät schneidet auch Spargel kurz, der eigentlich noch wachsen soll.

Den Kampf zwischen Mensch und Maschine hat auf diesen Spargelfeldern im Spreewald der Mensch für sich entschieden: Die Erntemaschine steht schon seit Jahren abgestellt in einer Ecke auf dem Betriebshof. Auf den Feldern der Agrargenossenschaft Unterspreewald in Brandenburg stechen stattdessen Arbeiter aus Polen den Spargel. Für den Betrieb hat sich die Anschaffung der Maschine, die Kosten senken sollte, nicht gerechnet, wie Vorstand Uwe Schieban sagt.

Die Technik funktioniert so: Die Maschine wird von einem Traktor über das Feld gezogen. Rotierende Messer schneiden ein Stück des Dammes ab, dann wird die Erde abgesiebt und übrig bleibt auf einem Band der geerntete Spargel. So weit die Theorie. Das Problem? „Die Maschine nimmt alles mit“, sagt Schieban. Also nicht nur die langen Spargelstangen, sondern auch die, die eigentlich noch ein bisschen wachsen sollten. Das führe zu einem Minderertrag. Schieban spricht von bis zu 40 Prozent.

Der Hersteller Ai-Solution in Wolfsburg verweist hingegen darauf, dass es von vielen Firmen gutes Feedback gebe. Seit 2009 verkauft der Agrarmaschinenbauer das Produkt, bislang rund 30 Mal, wie Geschäftsführer Christian Bornstein sagt. Die Maschine koste rund 80 000 Euro. Die meisten seien in Deutschland im Einsatz und einige in Frankreich, Peru, China und Ungarn. Bornstein betont: „Es ist wichtig, genau zu planen, an welchen Tagen die Maschine über die Felder gezogen werden soll – um in der Masse möglichst langen Spargel zu haben.“