Kapazitätsgrenze erreicht:

Medizinische Betreuung von Flüchtlingen überlastet

Nach Brandenburg kommen immer mehr Asylsuchende. Viele sind krank, leiden unter seelischen Traumata. Um sie alle zu behandeln gibt es nicht genug Personal.  Das Land hat bereits Pläne, um ihre Versorgung zu sichern.

Die Zahl der Asylbewerber ist sprunghaft gestiegen.
Patrick Pleul Die Zahl der Asylbewerber ist sprunghaft gestiegen.

Alle Flüchtlinge und Asylsuchenden in Brandenburg haben Anspruch auf gesundheitliche Betreuung. Doch in der Zentralen Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt stößt man an die Kapazitätsgrenze. Zu viele Betroffene, zu wenig Personal – so die derzeitige Lage. Die Zahl der Erstuntersuchungen vervielfachte sich in den vergangenen drei Jahren. Waren es 2012 insgesamt knapp 1700 Personen, die einem Arzt vorgestellt wurden, mussten seit Anfang 2014 etwa 4900 Personen untersucht werden. Bislang ist für die Untersuchungen das Gesundheitsamt des Landkreises Oder-Spree zuständig. Mittlerweile ist es völlig überlastet.

Bei den Untersuchungen sollen ansteckende Krankheiten wie Lungentuberkulose, aber auch Krätze erkannt werden, erklärt Eleonore Baumann, Leiterin des Gesundheitsamtes Landkreis Oder-Spree. Es werde alles Mögliche getan, um frühzeitig Ansteckungen zu erkennen. Genaue Statistiken werden Baumann zufolge zwar nicht geführt. „Doch es müssen mehr Überweisungen für Behandlungen ausgestellt werden“, sagt sie. Auch gebe es mehr Hinweise auf seelische Traumata.

Gesundheitministerium plant Neuorganisation

Nach Angaben des Sozialministeriums lebten in der Erstaufnahmeeinrichtung von Januar bis Ende August rund 3110 Personen – erwartet werden bis zum Jahresende mehr als 6000. Mitte 2015 soll der Landkreis von der Aufgabe entbunden werden. Künftig soll die medizinische Behandlung in der Erstaufnahmeeinrichtung erfolgen. Dafür werden Untersuchungsräume mit technischen Geräten eingerichtet. Auch mit dem Krankenhaus Eisenhüttenstadt solle kooperiert werden.