Alarmierende Tendenz:

Mehr als 650 Gewalttaten an Schulen

Es reicht von Prügeleien unter Kindern bis hin zur Einschüchterung von Mitschülern durch Schläge und Tritte. Vor allem der Anstieg von gefährlichen Körperverletzungen bereitet Sorge.

Körperliche Auseinandersetzungen sind an Brandenburger Schulen leider kein Einzelfall.
Oliver Berg Körperliche Auseinandersetzungen sind an Brandenburger Schulen leider kein Einzelfall.

Immer öfter kommt es an Brandenburger Schulen zu Gewaltstraftaten. Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen ist von 132 im Jahr 2013 auf 148 im Jahr 2014 gestiegen, die Zahl einfacher Köperverletzungen blieb mit 476 allerdings fast konstant. Insgesamt 659 Gewaltstraftaten wurden im vergangenen Jahr an Schulen registriert, 2013 waren es 652. Das geht aus der Antwort des Potsdamer Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Prignitzer CDU-Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprechers seiner Fraktion, Gordon Hoffmann, hervor, die dem Uckermark Kurier vorab vorliegt.

„Die Zahlen sind erschreckend hoch“, sagte der CDU-Abgeordnete auf Nachfrage des Uckermark Kurier. Das Ministerium verwies in seiner Antwort indes darauf, dass sich die Zahl der Straftaten in den Jahren 2012, 2013 und 2014 „auf annähernd gleichem Niveau“ bewege. Bei den Körperverletzungen handele es sich oft um „alterstypisch jugendliche Auseinandersetzungen“.

Kaum Angaben zur regionalen Verteilung

Keine Zahlen legte das Ministerium zur regionalen Verteilung der Straftaten vor. Lediglich die Orte Hennigsdorf, Oranienburg, Potsdam und Cottbus, die in der Vergangenheit durch eine besondere Häufung von Gewalttaten an Schulen aufgefallen waren, wurden in der Antwort auf Hoffmanns Frage gesondert aufgeführt. Demnach gibt es in Cottbus mittlerweile einen wahrnehmbaren Rückgang der Gewalt an Schulen. Während die Zahl der Gewalttaten von 23 im Jahr 2012 auf
53 im Jahr 2013 anstieg, gab es dort 2014 nur noch
39 Fälle zu verzeichnen.

Der Antwort des Ministeriums zufolge gibt es an den Schulen eine Reihe von Anti-Gewalt-Programmen. So seien schon seit den 2000er Jahren systematisch Schulmediatoren qualifiziert worden. Seit dem Jahr 2011 gab es aber nur noch einen Kurs für Schulmediatoren, der 2013 von zehn Teilnehmern beendet werden konnte. Ein weiterer Kurs könne erst stattfinden, „sobald die notwendige Mindestteilnehmerzahl erreicht ist.“