Zahl der gemeldeten Fälle gestiegen:

Mehr Gewalttaten von Erziehern in Kindertagesstätten

Eltern vertrauen darauf, dass ihre Jüngsten in den Kitas gut betreut und gefördert werden. Das ist jedoch durchaus nicht immer der Fall.

Wenn Kita-Betreuer überfordert sind, verlieren sie schon mal die Beherrschung.
Patrick Pleul Wenn Kita-Betreuer überfordert sind, verlieren sie schon mal die Beherrschung.

In Brandenburgs Kindertagesstätten steigt seit einigen Jahren die Zahl der gemeldeten Fälle von Gewalt. Von 2012 bis 2015 gab es in den rund 1860 märkischen Kitas 160 Meldungen über „Gefährdungen des Kindeswohls“ durch Beschäftigte der Einrichtungen, wie das brandenburgische Jugendministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag mitteilte. Die Zahl der Fälle versiebenfachte sich: von acht im Jahr 2012 auf 56 im vergangenen Jahr. Gründe für den Anstieg nannte das Ministerium allerdings nicht. Die Gewerkschaft GEW kritisierte in dem Zusammenhang deutliche Mängel in der Ausbildung der Erzieher seit dem Ausbau des Kita-Angebots.

Bei den gemeldeten Fällen handelte es sich am häufigsten um körperliche Züchtigung, gefolgt von Einsperren, „unangemessenem Erziehungsverhalten“ wie beispielsweise An-der-Nase-Ziehen oder Bloßstellen sowie Zwangsfüttern. Selten kam es zu sexuellen Übergriffen.

51 Mal erstatteten Eltern, Träger von Einrichtungen oder Jugendämter Strafanzeige gegen Erzieher. Laut Ministerium trugen sich die Fälle an höchstens drei Prozent der Kitas im Land zu. Seit Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes im Jahr 2012 müssen die Träger der Kitas die Aufsichtsbehörden umgehend über „Ereignisse oder Entwicklungen“ unterrichten, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen.

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