500 Millionen Euro-Investition:

Mehr Mietwohnungen, aber zu welchem Preis?

Instandsetzung, Modernisierung, Neubau: In diesem Jahr investieren Wohnungsunternehmen so viel Geld wie schon lange nicht mehr. Einen Haken gibt es für künftige Mieter allerdings.

Rund um Potsdam sind Neubauten geplant. In ländlicheren Regionen sollen Gebäude modernisiert werden.
Ole Spata Rund um Potsdam sind Neubauten geplant. In ländlicheren Regionen sollen Gebäude modernisiert werden.

Die Brandenburger Wohnungsunternehmen wollen in diesem Jahr mehr als 500 Millionen Euro in Neubauten und ihren Bestand investieren. Der Fokus liege vor allem auf Potsdam und dem Berliner Umland, wenn es um neue Wohnungen gehe, teilte der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) am Dienstag mit. In den weiter von Berlin entfernten Regionen seien demnach eher Modernisierungen geplant. Die Gesamthöhe der Investitionen würde 16 Prozent höher ausfallen als 2014 - und höher als in den vergangenen zehn Jahren.

BBU-Vorstand Maren Kern sagte: "Berlins Wachstum ist auch Brandenburgs Chance. Die muss jetzt genutzt werden." So müsste etwa die Verkehrsinfrastruktur erhalten oder ausgebaut werden. Auch sollten Brandenburger Städte in Berlin besser als Wohnstandorte präsentiert werden. In Brandenburg sind rund 400 000 oder 50 Prozent der Mietwohnungen in der Hand von BBU-Unternehmen.

Mit der Grunderwerbssteuer steigen die Kosten

Im Durchschnitt der Verbandsmitglieder betrug die Nettokaltmiete im vergangenen Jahr 4,79 Euro pro Quadratmeter, 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Verband stiegen die Mieten im Berliner Umland in den vergangenen Jahren im Einklang mit der allgemeinen Preissteigerung. "Eine Mietpreisbremse ist im Licht dieser Zahlen ein völlig überflüssiger Eingriff in einen funktionierenden Markt", sagte Kern. In Brandenburg wird noch geprüft, ob und wo eine Begrenzung sinnvoll ist.

Anders als die Mieten seien die Bau- und Grundstückspreise zuletzt deutlich schneller gestiegen als die Inflation, hieß es. "Die drastische Erhöhung der Grunderwerbsteuer wird den Trend zu stark steigenden Baukosten leider weiter verschärfen", warnte Kern. "Damit geht sie auch zulasten der Mieterinnen und Mieter." Rot-Rot hatte kürzlich eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer auf den Höchstsatz von 6,5 Prozent ab dem 1. Juli beschlossen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung