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Mehr mutwillige Zerstörungen in Sanssouci

Sogar vor den Gärten der einstigen preußischen Könige in Potsdam machen Graffiti-Sprayer nicht halt. Wie die Schlösserstiftung darauf reagiert.

Beschädigungen an historischen Skulpturen zu reparieren, ist teuer.
Jens Kalaene Beschädigungen an historischen Skulpturen zu reparieren, ist teuer.

Mutwillige Zerstörungen im UNESCO-Weltkulturerbe Potsdam-Sanssouci bereiten zunehmend Sorge. Die Täter verunzieren mit Graffiti die Wände von Denkmalen oder reißen Blumen und kleine Sträucher aus den Anlagen, wie der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee, auf Anfrage sagte. In unbeobachteten Momenten würden Hinweisschilder oder die Solarbauteile von Parkscheinautomaten gestohlen. Für ein vermeintlich außergewöhnliches Fotomotiv kletterten manche Parkbesucher sogar auf antike Skulpturen in den Anlagen, sagte Kallensee. Die Täter blieben meist unbekannt und würden nicht entdeckt.

Immerhin etwa 200 Taten wurden bislang im zu Ende gehenden Jahr registriert. 2013 seien es noch etwas weniger gewesen. Die Schäden seien nicht genau finanziell zu beziffern, sagte Kallensee. Es handle sich aber um mehrere Hunderttausend Euro, ist sich Kallensee sicher.

Mitarbeiter häufiger mit Schäden konfrontiert

Geld, dass mittlerweile für die Beseitigung der Schäden ausgegeben werden müsse, fehle im Etat für andere Aufgaben. „Unsere Mitarbeiter, die sich auskennen, haben gut zu tun“, sagte der Sprecher.

Zuletzt war im Oktober ein immenser Schaden entstanden, als Unbekannte mit roher Gewalt ein Kunstwerk im Park zerstörten. Die immer noch nicht ermittelten Täter stießen eine Marmor-Reliefvase mit Puttenszenen aus dem 19. Jahrhundert vom Sockel. Das Kunstwerk werde dem Italiener Cavaceppi zugeschrieben, sagte Kallensee. Die Plastik zerschellte in viele Einzelteile. „Das unbezahlbare Unikat ist nicht zu reparieren“, sagte er. Eine Kopie koste allein 40 000 Euro.