Gegen den Trend:

Mehr Polizisten sorgen in der Uckermark für Sicherheit

Bis zum Jahr 2019 steigt im Landkreis die Zahl der Beamten. Das ist jedoch eine Ausnahme. Im Rest Brandenburgs soll Personal abgebaut werden.

Die Uckermark ist eine Ausnahme: In anderen Landkreisen wird es weniger Polizeibeamte geben.
Ralf Hirschberger Die Uckermark ist eine Ausnahme: In anderen Landkreisen wird es weniger Polizeibeamte geben.

Die Polizeireviere und Inspektionen der Uckermark profitieren von der umstrittenen Polizeireform von Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Goetz hervor, die dem Uckermark Kurier vorliegt. Demnach soll es 2019 in der Polizeiinspektion Prenzlau 70 Beamte im Wach- und Wechseldienst sowie zehn Revierbeamte geben. Derzeit gibt es 61 Beamte im Wach- und Wechseldienst und zehn Revierbeamte. Auch die Zahl der Beamten in Templin und Schwedt wird sich geringfügig erhöhen. Das Kriminalkommissariat in der Polizeiinspektion Uckermark allerdings muss Federn lassen: Statt 44 Beamten wird es künftig nur noch 35 geben.

Im Schnitt mindestens 6 Ordnungshüter weniger

Damit ist die Uckermark im Landesvergleich eine große Ausnahme. Fast überall sollen bis 2019 Polizisten abgebaut werden — das Revier in Wittstock (Dosse) etwa, wo heute noch 20 Beamte im Wach- und Wechseldienst und sechs Beamte der Revierpolizei stationiert sind, soll künftig mit 14 Beamten im Wach- und Wechseldienst und fünf Revierpolizisten auskommen. In Hennigsdorf schrumpft der Bestand der Polizeibeamten von derzeit 50 im Wach- und Wechseldienst auf 35.

Hoffnungen ruhen auf Woidke

„Der eigentliche Personalabbau in der Polizei beginnt erst jetzt“, sagte der FDP-Innenexperte Goetz dem Uckermark Kurier. Dabei sei die Zahl der Einbrüche und die Grenzkriminalität schon heute kaum beherrschbar. „Wir brauchen einen sofortigen Stopp des Personalabbaus“, forderte Goetz. Auch müsse die Fachhochschule der Polizei „bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet werden“. Dietmar Woidke müsse sich als Ministerpräsident demnächst darum kümmern.

„Mit der Polizeireform wurde gerade sichergestellt, dass die Polizeipräsenz vor Ort nicht eingeschränkt werden musste und die Zahl der Beamten im Revier- und Streifendienst gleich bleiben kann“, sagte dagegen die stellvertretende Sprecherin im Innenministerium, Susann Fischer. „Die neue Struktur ermöglicht der Polizei eine flexible und behördenübergreifende Reaktion.“ Erste Erfolge bei der Bekämpfung der Grenz- und Einbruchskriminalität seien bereits messbar. Zudem werde die Zahl der Polizeianwärter nochmals erhöht: Während im Jahr 2010 lediglich 100 Polizisten ausgebildet wurden, beginnen nun 480 Anwärter mit der Ausbildung.