Hoffnung auf Absatz in den USA:

Mittelstand sieht große Chancen in Freihandelsabkommen

Unter Verbraucherschützern hat die geplante Handelspartnerschaft mit Amerika viele Gegner. Es gibt aber auch Befürworter im Land.

Die USA und die EU beraten seit 2013 intensiv über das Abkommen.
Stephanie Lecocq Die USA und die EU beraten seit 2013 intensiv über das Abkommen.

Das geplante, aber umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union bietet aus Sicht der Brandenburger Wirtschaft neue Chancen. „Vor allem Mittelständler könnten davon profitieren“, sagte Jens Ullmann, Fachbereichsleiter für Außenwirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Bislang schreckten Unternehmer angesichts der hohen bürokratischen Hürden davor zurück, auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. „Für kleine Firmen ist das oft nicht zu leisten“, sagte Ullmann. „Entweder sie überwinden die Hindernisse oder sie lassen es ganz sein.“

TTIP (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft) soll auf beiden Seiten des Atlantiks für mehr Wachstum sorgen. Es gibt aber auch Befürchtungen und Kritik – unter anderem, dass mit Chlor desinfizierte Hühnchen auch in Deutschland verkauft werden.

Grüne sehen TTIP skeptisch

Gegen Freihandel sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagte der europapolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag, Michael Jungclaus. Doch TTIP berge erhebliche Risiken für die Verbraucher in Europa. „Durch dieses Abkommen droht die Aufweichung europäischer Standards bei der Lebensmittelsicherheit, beim Verbraucherschutz und beim Umweltschutz“, kritisierte er.

IHK-Experte Ullmann sieht hingegen viele Vereinfachungen mit dem Abkommen. Bislang müssten in Europa erworbene Zulassungen noch einmal beantragt werden. „Vor allem Normen und Standards sind das Thema“, sagte er. Zudem unterschieden sich Zoll- und Sicherheitsvorgaben von denen in Europa. Es gehe aber auch um Maßeinheiten sowie technische Dokumente. „Die einfache Übernahme einer bereits für den britischen Markt übersetzten Anleitung reicht nicht aus“, sagte er. Etwa 30 Prozent des Warenwertes machen nach seinen Angaben Kosten für diese Regularien aus.

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